Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Paris 30.V.1860. 1 Seite gr.-8°. Schwach gebräunt. An die Schriftstellerin Malwida von Meysenbug in London, eine von der Mäzenin Julie Salis-Schwabe in Paris initiierte Geldsammlung betreffend. "Beste Freundin, / ist es denn nicht möglich, irgend ein Wort darüber zu erfahren, ob und wann ich mir von dem Schritte der Mad. Schwabe etwas zu erwarten habe? Diese tägliche Möglichkeit, die nie in Erfüllung geht, reibt mich auf: ich bin vollständig krank und elend durch diese wahnsinnige Ungewissheit. Haben Sie meinen Brief erhalten? - Konnte Mad. Schwabe nichts erfahren? - Ich bin auf die unglaubliche Angelegenheit vollständig allein angewiesen. Alles andere hat sich zerschlagen, und namentlich auch die früher in Aussicht gestellten russischen Subsidien." - Der Komponist Aleksandr Serov hatte sich bemüht, für Wagner in St. Petersburg Geld aufzutreiben, u.a. durch den Verkauf von Partituren und Konzertengagements. "Aber nur Gewissheit! Was sind das alles für alberne Menschen! Es ist mir unmöglich Ihnen mehr zu schreiben: ich bin zerschlagen und unfähig zu Allem! Lassen Sie mich nur wenigstens ein Wort hören! - Himmel, geht es denn nicht eher ab, als bis man sich ganz nackt und bloss erniedrigt hat! ..." Wagner bat schließlich um Abbruch der Pariser Sammlungsaktion, da er eine mögliche Kompromittierung befürchtete.
WBV Nr. 2771. - Sämtliche Briefe Band 12 Nr. 131.
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