Leipzig, Insel-Verlag 1930-1934. 27 x 18,3 cm. 1200 Seiten. Orig.-Halbpergamentbände mit Rückentitel und Kopfgoldschnitt
Eines von 200 nummerierten Exemplaren dieses Drucks der Cranach Presse auf Monval-Bütten. Die schönste und nobelste Ausgabe der Gedichte Rilkes. Durchgehend in Rot und Schwarz gedruckt. Das Titelblatt wurde von Eric Gill in Holz geschnitten. Harry Graf Kessler betrachtete seine Presse als Mission, dem gedruckten Wort eine Erscheinungsform zu verleihen, die sich durch vollkommene Harmonie, verbunden mit handwerklicher Präzision, auszeichnet. - Gesammelte Gedichte von Rainer Maria Rilke vereinen in vier groß angelegten Bänden das lyrische Gesamtwerk eines der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne. Die Ausgabe bietet einen chronologisch wie thematisch gegliederten Überblick über Rilkes dichterische Entwicklung - von den frühen, noch stark stimmungshaften Gedichten bis zu den hochreflektierten, existenziell verdichteten Spätwerken. Der erste Band umfasst die frühen Gedichte, in denen Rilke eine symbolistische, oft religiös grundierte Bildsprache entfaltet. Themen wie Einsamkeit, Kindheit, Gottessuche und künstlerische Berufung stehen im Mittelpunkt. Diese Texte zeigen bereits Rilkes ausgeprägtes Formgefühl, sind aber noch stark vom Jugendstil und von Vorbildern geprägt. Der zweite Band versammelt Das Buch der Bilder, Das Stunden-Buch und das Requiem. Hier findet Rilke zu seiner eigenen Stimme: Die Dinge der Welt werden nicht mehr nur beschrieben, sondern in ihrer inneren Wesenhaftigkeit erfasst. Gebet, Kunst und Tod werden zu zentralen Reflexionsräumen, in denen das lyrische Ich sich zur Welt in Beziehung setzt. Der dritte Band enthält die Neuen Gedichte, Das Marienleben und die Duineser Elegien. Diese Werke markieren den Höhepunkt von Rilkes Ding- und Existenzlyrik. Besonders die Elegien stellen eine philosophische Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit, Liebe, Angst und Transzendenz dar und gehören zu den Schlüsseltexten der europäischen Moderne. Der vierte Band schließlich vereint die Sonette an Orpheus, französische Gedichte (Poèmes français) sowie Nachlese und kleinere späte Texte. Hier verdichtet sich Rilkes Denken in einer Sprache von großer Klarheit und Musikalität; Orpheus erscheint als Sinnbild des Dichters, der Leben und Tod, Sichtbares und Unsichtbares verbindet. Insgesamt dokumentieren die vier Bände die außergewöhnliche innere Geschlossenheit von Rilkes Werk: eine stetige Bewegung hin zu einer Dichtung, die das Unsagbare sagbar machen will und den Menschen in ein neues, verantwortungsvolles Verhältnis zur Welt stellt. Makelloses Exemplar. - Müller-Krumbach 52 mit 4 Abb. - Rodenberg 494. - Von Mises 129. - Schauer, Bd. II,75. - Ritzer G 2.
8500,- EUR
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Sachgebiete: Bibliophilie, Insel-Verlag, Literatur ab ca. 1900
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