Sermones de tempore et de sanctis. Fragment. Incipit fol. C1r:] Incipiunt sermôes de sanctis | fratris Henrici Herpff ordinis | predicatorum. In festo sancti | Andree apostoli. [ [Speler: Peter Drach], [nach dem 17.01.1484]. [174] Bll. von insgesamt 428 = C-L8, M10, N-Y8, Z6, Aa6. (Aa6 verso weiß). Durchgehend in rot rubriziert und mit schönen handgemalten Initialen in rot versehen. [Zweispaltig, 48 Zeilen, Kolumnen-titel, Lagensignaturen; gotische Type in drei Größen.] Folio. 311 x 220 mm. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit auf drei Doppelbünden und dicken Holzdeckeln. Eine Mittelschließe aus dickem, getriebenem Messingblech, floral ornamentiert sowohl auf festem wie beweglichem Teil. Die Deckel durch einfache Streicheisenlinien eingeteilt in Rahmen und großes Mittelfeld. Auf dem Vorderdeckel ist dieses rhomben- und kreuzförmig durch Streicheisenlinien geteilt. Auf seinen Außenecken ein rhombisch umrandeter, größerer Stempel Blattwerk; auf den senkrechten und waagrechten Randstreifen drei- bzw. zweifach wiederholt ein rhombisch umrandeter, kleinerer Blattwerk-Stempel. Auf dem Mittelfeld des Vorderdek-kels Rosetten, der größere Blattwerk-Stempel sowie ein rhombisch umrandeter Stempel Löwe (alle nicht bei Schunke: Schwenke Slg. & Kyrif).
C 8527 - Pr. 2553 - BMC II,493 (nur 270 x 197 mm) - Golf H38. Einband etwas fleckig; außen etwas, innen besonders nahe am Falz wurmstichig. Buchblock durchgehend nahe des Innentalzes wurmstichig, mit etwas Textverlust gegen Schluß; vordere Blatt-ränder teils mit kleinen Einrissen. 1 Auf C1 recto oben Besitzeintrag eines Minoriten-Konvents; der Hinweis auf die Zugehörigkeit Herpfs zum Dominikanerorden in der dritten Zeile des Incipits ist durchgestrichen, - Auf KAr unten im weißen Rand der schwache Abdruck eines Teils einer Druckspalte, verso auf gleicher Höhe der Abdruck des lederüberzogenen Druckerballens, der die Farbe auf den liegenden Satz übertrug. - Henricus de Herpf, ein Mystiker der Devotio moderna, der in der kleinen brabantischen Stadt Herph geboren wurde, lebte in Köln. 1445 wurde er Mitglied der Brüder vom gemeinsamen Leben, fünf Jahre später trat er den Franziskanern bei. 1470-73 War er Provinzialvikar der reformierten Ordensprovinz Köln; 1477 starb er als Guardian zu Mecheln. „Wie Gerh. Zerbold und Thomas v. Kempen hat Heinrich Herp starken Einfluß auf die spanische Mystik des 16. Jh. ausgeübt. Inbesondere steht die •Conquista del reino de Dios' des Juan de los Angeles ganz im Banne seiner Lehre. Bis in die neueste Zeit viel geschätzt, wird Herp in Joh. Scheebens Herlichheiten der göttlichen Gnade' viel zitiert." Vgl. Jöcher II,1372 & Stammler/Langosch II,427-9 (Zitat S. 248). Dies ist eine reprasentative Zusammenstellung der Predigten Herpts, in denen er sich auf die Schriftauslegung und die Belehrung der Zuhörer mittels der Heiligen Schrift konzentriert. Möglicherweise wurde er wegen seines besonderen Talents zu predigen in den Incipits des Inkunabeldruckes als Mitglied der Dominikaner bezeichnet, was während des Druckes selbst mittels Streichung bzw. handschriftliche Einfügung, im späteren Teil der Auflage durch berichtigten Satz korriert wurde.
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