L'Heptameron ou Histoires des amans fortunez. Des nouvelles de tres-Illustre & tres-Excellente Princesse Marguerite de Valois, Royne de Navarre. Remis en son vray ordre, confus auparavant en sa première Impreßion. Dedié à tres-Illustre & tres-Vertueuse Princesse Jeanne, Royne de Navarre, par Claude Gruget, Parisien. Paris, Jacques Bessin, 1615. 24 nicht nummerierte Seiten, 589 Seiten, 8 nicht nummerierte Seiten (Inhaltsverzeichnis). Schöner Lederband des 18. Jahrhunderts mit reicher floraler Rückenvergoldung und goldgeprägtem Rückenschild, Decken gefasst von dreifacher, goldgeprägter Filete, dreiseitiger Rotschnitt und marmorierte Vorsätze, 14 x7,8 cm.
Margarete Herzogin von Alençon und Königin von Navarra (1492 -1549) war humanistisch geprägt, warb für eine Erneuerung der katholischen Kirche und hielt ihre schützende Hand über Humanisten, Lutheraner und Reformierte in Frankreich. "Angeregt durch die Beschäftigung mit den Schriften des Plato, die sie durch den italienischen Humanisten Pico della Mirandola und Marsilio Ficino kennengelernt hatte, dachte sie über das Wesen der Liebe nach, und ihre schriftstellerische Tätigkeit wurde von diesen Überlegungen geprägt. Sie ließ Platos Schriften ins Französisch übertragen, so wie sie auch die Novellen von Boccaccio, „Dekameron“, übersetzen ließ. Diese Novellen beeinflussten ihr berühmteste Werk, die Novellen, aus denen das „Heptameron“ besteht, und die von ihr über einen längeren Zeitraum zusammengefügt wurden." (Merete Nielsen, Theologie als Erzählung – erzählte Theologie: Das Heptameron, zitiert nach Reformiert.de). "Die zeitgenössischen gedruckten Ausgaben erschienen fast zehn Jahre nach dem Tod Marguerites. 1558 gab ihr früherer Sekretär, Pierre Boaistuau, eine Novellensammlung heraus, allerdings mit nur 67 Erzählungen, in willkürlicher Reihenfolge, ohne den Namen ihrer Verfasserin und ohne Rahmenhandlung. ... Im folgenden Jahr, 1559, erschien noch eine Ausgabe, diesmal der Tochter Marguerites, Jeanne d´Albret gewidmet, mit 72 Novellen in der jetzt üblichen Reihenfolge. Drei der Novellen, die Nr. 11, 44 und 46, sind jedoch gegen andere Erzählungen ausgetauscht. Es ist möglich, dass diese drei Novellen zu derb waren, zumal alle drei die Franziskaner lächerlich machen. Außerdem nahm der Herausgeber Pierre Gruget, wie oben gezeigt, etliche Kürzungen vor, wenn die Manuskriptvorlage ihm zu protestantisch vorkam. Nichts desto weniger erhob Gruget den Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Er gab als erster den Novellen den heute üblichen Titel, Heptameron, und gab den Namen ihrer Verfasserin an ... Diese Ausgabe wurde nochmals 1560 gedruckt und war während der folgenden Jahrhunderte die bekannte Ausgabe des Heptamerons." (a.a.O., Anhang: Die Ausgaben des Heptameron). Zustand: Einbandkanten etwas berieben, das hintere Gelenk mit kleinen Fehlstellen, auf dem Vorsatz verso privater Besitzvermerk von 1859, das Titelblatt etwas fleckig, sonst nur sehr vereinzelt leicht fleckig und kaum gebräunt, Seite 24 mit Marginalien von alter Hand, wenige Seiten mit sehr feinen Bleistiftanstreichungen, auf diese Seiten verweisen kleine Bleistift-Marginalien auf der letzten weißen Seite.
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Sachgebiete: Humanismus, Literatur bis ca. 1900, Reformation
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