Südsee - Private Alben einer 33-tägigen Reise in die Südsee im Jahre 1971 mit Besuch von Hawaii, Tahiti, Motu, Tahaa, Bora Bora, Moorea, Tahiti und Samoa. 2 Bände. 25,5 x 36 cm. Zusammen 120 Blätter, beidseitig gestaltet mit insgesamt 82 Postkarten bzw. montierten Fotoausschnitten, 49 touristischen Prospekten bzw. montierten Landkarten, 34 Original-Belegen (Flugtickets, Hotelrechnungen, behördlichen Schreiben etc.), ungezählten beschreibenden Texten und 409 privaten Original-Fotos. Halbleinen mit Kordelheftung. Ein Prospekt oder Kartenauschnitt vom 26. Tag der Reise fehlt (Montagereste sichtbar), ansonsten komplett.
Text- und Foto-Alben einer privat organisiert und durchgeführten Reise zweier Deutscher aus dem Rhein-Main-Gebiet, mit langen, ausführlichen, mit Schreibmaschine verfassten Texten versehen, die aus der Reise eine wertvolle Dokumentation machen, ergänzt durch die beigehefteten Original-Belege, beginnend mit der Quittung des Sortenumtauschs. Die Anreise erfolgte über Luxemburg "denn die [isländische Fluggesellschaft] Loftleidir hat auf den großen internationalen Flughäfen Europas als Preisbrecher keine Startgenehmigung", Reykjavik, New York, Chicago, Kansas City, Denver, Los Angeles ("wegen des Discount-Preises mußten wir ja innerhalb der USA drei Stopps einlegen") und Honolulu. Die Reise war alles andere als ein Luxusausflug, wie ein Eintrag auf Hawaii deutlich macht. "Es fällt schwer, so spartanisch zu leben, wenn man durch die Stadt streift und überall die lukullischen Kostbarkeiten sieht - aber wir müssen mit dem Geld haushalten" (Honululu, 28. Februar). In der Folge werden die Tagesabläufe recht genau geschildert, ergänzt durch das unikale Fotomaterial in der Größe 9 x 13 cm. "Am Abend sitzen wir auf der palmstrohgedeckten, aber nach allen Seiten offenen Veranda, auf der auch das Essen serviert wird. Am einen Ende der Veranda haben sich einige Männer von Vaitape eingefunden, sie singen und spielen dazu auf ihren mitgebrachten Gitarren oder Ukulele. Nach und nach kommen auch einige eingeborene Mädchen und singen mit. Es sind zauberhafte Klänge... Einige junge Franzosen vom benachbarten 'Noa Noa' tauchen auf, ziemlich anmaßend... Die Franzosen sind, wie wir dann erfahren, vor allem bei den jüngeren Tahitern nicht beliebt... Die traumhafte Romantik dieser Nacht lassen mich erst um 5 Uhr ein wenig schlummern... Um 7 Uhr erwache ich... Und wirklich, ein Teil der Männer hat von der Nacht noch nicht nach Hause gefunden und sitzt immer noch hier. Wir setzen uns dazu und kommen mit Ihnen ins Gespräch. Sie sprechen alle französisch, einige auch etwas Englisch, und Joachim beherrscht ein paar Brocken Tahitisch. Die Burschen sind sehr aufgeweckt. Sie kennen Pelé ebenso wie Beckenbauer und spielen selber Fußball. Deutsche und Amerikaner stehen in ihrer Gunst am höchsten, die Franzosen sind wegen ihrer strengen Administration und ihrer Atomversuche im Pazifik, auch wegen ihres oft anmaßenden Wesens unbeliebt. Wir geben den Burschen unsere mitgebrachten Stoffwappen Deutschland und Olympia-abzeichen. Sie sind begeistert, heften die Stoffwappen gleich mit den Nadeln ans Hemd und demonstrieren dann - zu unserem Schrecken - den Hitlergruß" (Bora Bora, 6. März). Die Reise verlief aber auch in anderer Hinsicht keineswegs problemlos. Neben den finanziellen gab es auch gesundheitliche Probleme, die allerdings einen interessanten Einblick in die Reiseapotheke verschaffen. "Die Nacht wird schlecht. Ich finde keinen Schlaf. Husten und Halsschmerzen quälen mich; das Summen der Moskitos und das Rascheln der kleinen Salamander tragen das Ihrige bei. Wir nehmen unsere Reiseapotheke kräftig in Anspruch, vor allem ich. Chinavit, Combionta, Mexaform S; dazu gurgele ich mit Mallebrin und nehme regelmäßig Adumbran und Sinquan für die Nerven" (Bora Bora, 4. März). Das eigentliche Ziel der Reise liegt jedoch abseits der Touristenrouten. "Wir sind also auf Tahaa, und einer unserer Wünsche hat sich erfüllt. Hier gibt es keine Touristen, denn es gibt (zum Glück) noch keinerlei 'accomodations and facilities', nicht einmal elektrischen Strom; im Dorf haben nur der Tavana, der Pastor und der Lehrer einen Stromgenerator. An diesen Unzulänglichkeiten (aus europäischer Sicht) scheiterte wohl auch der 'Club Méditerranée', der in Tiva ein Dorf für Touristen aufgebaut hatte, in dem Joachim bei seiner ersten und zweiten Reise untergebracht war. Vor zwei Jahren wurde das Dorf aufgegeben, vor allem auch wegen Wassermangels, und die Hütten stehen leer". (10. März). "Wir stehen früh auf. Der Lehrer bringt uns schon um 7 Uhr mit seinem Motorboot zu einem winzigen Motu, das nicht moskitoverseucht sein soll, wie die größeren Motus, in deren Inneren meist Sumpf ist... Zunächst nehmen wir unsere kleine Welt in Augenschein. Das Motu ist etwa 100 m lang und 30 m breit, zählt etwa 35 Palmen... Vor uns erheben sich die Berge von Tahaa. Hinter uns ist das Riff mit schäumender Brandung... Ein uralter Traum hat sich erfüllt: ich bin auf einer unbewohnten Südseeinsel, eingesponnen in ein Stück Ewigkeit... Der Durst meldet sich. Joachim gelingt es, zwei Nüsse von zwei niedrigeren Palmen abzuschlagen... Leider sind die Palmen ziemlich hoch, und wir können nicht hinaufklettern wie die Eingeborenen... Alle unsere Anstrengungen sind vergeblich, und der Durst wächst." (bei Tahaa 12. März). Obwohl ja selber als solche unterwegs, ist den beiden Männern die Abneigung gegen die Touristen anzumerken. "Auf Moorea gab es bei Joachims erstem Aufenthalt vor vier Jahren nur das 'Aimeo' und den 'Club'. Jetzt gibt es bereits 7 Hotels, ein achtes, sehr großes soll im Bau sein. Damals gab es nur einen wackeligen alten Truck, heute schon eine Reihe von Kleinbussen und Omnibussen" (17. März) "Die Menschen hier leben überwiegend noch wie vor hundert Jahren, und sie bezeichnen sich als glücklich. Wie lange wird man sie noch der schädlichen Zivilisation entziehen können? " (Samoa 23. März) "Zu unserer Freude sehen wir etliche Burschen im traditionellen 'lavalava', einem um die Hüfte geschlungenen baumwollenen Rock, also sind hier noch nicht alle Sitten und Gebräuche durch die Amerikaner erstickt, wie befürchtet... Wir lernen einen jungen, stattlichen Mann aus Tonga kennen (die man ja bekanntlich die Riesen der Südsee nennt). Auf den Tonga Islands wird nach Öl gebohrt, und er will wieder in seine Heimat zurück und dort eine Tankstelle eröffnen, wenn man dort tatsächlich Öl findet". (Samoa, 18. März) Auch Spuren des deutschen Kolonialismus finden sich. "Der Küster zeigt uns einen Faleh mit einer Familie, die eine deutsche Großmutter zu ihren Vorfahren zählt" und "Mr. Wilson ist über 70 Jahre alt. Sein Vater sei mit 104 Jahren gestorben... Wir sind sprachlos, als Mr. Wilson immer wieder deutsche Worte spricht, die Zahlenreihe aufsagt und dann - wir trauen unseren Ohren nicht - deklamiert: 'Es braust ein Ruf wie Donnerhall...'! Er hat als Junge noch die deutsche Kolonialzeit erlebt und es ist erstaunlich, daß er immer noch einige Brocken Deutsch kann. Voller Stolz zeigt er uns seinen größten Schatz: einen Degen, den ihm Graf Luckner geschenkt haben soll, als er ihm die Stadt zeigte". (Samoa, 21. März). "Nachts um 2 Uhr stehen wir auf und nehmen herzlichen Abschied von unseren Gastgebern. Ich bin hier nicht immer ganz glücklich gewesen, denn die Sitten sind hier so umfangreich und so streng, daß wir eigentlich nie wußten, ob man gerade richtig gehandelt hatt oder nicht. Wir waren viel zu wenig vorbereitet, unter den Einheimischen zu leben" (Samoa 24. März). Ein einzigartiges Dokument des Individual-Tourismus vor 50 Jahren. Beilage: Karte der Vavau-Gruppe der Tonga-Inseln, englisches Manuskript auf Baumrinde, ca. 49 x 31 cm. Ebenfalls aus dem Nachlaß des Sammlers zu erwerben sind mehr als 200 LP's die ausschließlich Musik der Südsee enthalten und en bloc abgegeben werden. Eine Katalogisierung ist nicht geplant, aber es werden Fotos der Plattencover angefertigt, die nach Erstellung auf Anforderung versandt werden können. Bei Interesse bitte melden!
1200,- EUR
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Sachgebiete: Reisen/Reiseliteratur
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Mail: Antiquariat.Fritzen@t-online.de • Web: https://www.antiquariat-fritzen.com

On the Eastern border of the former Duchy of Luxembourg, in the former bakery of my parents’ house, I offer you a wide range of historical maps and rare books, with a special focus on graphic material relating to Luxembiurg and Trier. I also specialize in rare and precious books from the 15th to the 18th century. Do not hesitate to contact me if you need help or advice in building up your own, personal collection, or if you think of further developing an already existing one. I can also advise you if you are looking for a small present, or if you are in search of a more representative gift. I am always interested in buying entire libraries or valuable items.
I was born in 1958 in Speicher (Eifel). I studied art history at Trier and at Vienna, and established myself as an independent antiquarian bookseller in 1987. I am a member of the Verband Deutscher Antiquare (VDA) and of the International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) Besides being a book-seller, I have also authored of a number of scholarly publications, mainly dealing with book and map history. I am regularly called upon by German and Luxembourgisch archives, libraries, and museums to act as conultant, appraiser, or estimator. The following is a representative choice of my papers: (i) ‘Der “Lutzenburgii typus” des Antwerpener Verlages Gerard de Jode. Ein Neufund und neue Erkenntnisse zur ältesten gedruckten Landkarte des Herzogtums Luxemburg’, in: Hémecht 60 (2008), pp. 173 – 190 (in collab. with Peter H. Meurer). (ii) ‘Die Eifel-Alben der Kunstanstalten Bernhoeft und Schaar & Dathe. Ein Wettlauf um das schönste Foto-Album der Eifel’, in: Eifeljahrbuch 2010, pp. 156 – (iii) ‘Charles Bernhoeft et ses concurrents de Trèves’, in: Edmond Thill (ed.), Charles Bernhoeft, photographe de la Belle Epoque, Luxembourg: Musée National d’Histoire et d’Art Luxembourg, 2014, pp. 413 – 441; ibid.: ‘Catalogue des albums de Charles Bernhoeft’, pp. 621 – 721 (in collab. with Fernand Gonderinger and Edmond Thill). (iv) ‘Die Ortelius-Karte von Luxemburg und ihre Zustände’, in: Hémecht 69 (2017), pp. 149 – 160 S 149-160 (in collab. with Karl Solchenbach). I feel especially committed to helping the regional libraries to develop their collections and take professional care of them. In my capacity as vice chairman of the Gesellschaft der Freunde und Förderer, I devote a great deal of time and energy to the Wissenschaftliche Bibliothek der Stadt Trier, which houses a very important and internationally renowned collection of manuscripts and incunabula.
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