33,4 x 26 cm. 110 Seiten. Mit 43 Orig.-Holzschnitten von Aristide Maillol und 16 Initialien von Eric Gill. Roter Maroquinband mit Rückentitel, Streicheisenvergoldung, blindgeprägtem Signet der Cranach Presse auf Vorderdeckel, Steh- u. Innenkantenvergoldung, handumstochenes Kapital, Kopfgoldschnitt. (Signiert: Roland Meuter, Ascona.). In wattierter Orig.-Halblederkassette mit Rückentitel.
Druck der Cranach Presse in 250 nummerierten Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten. Dieses Buch wird zurecht als der schönste illustrierte deutsche Pressendruck des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Der Druck wurde bereits im Frühjahr 1914 begonnen, durch den Weltkrieg unterbrochen, und erst 1926 beendet. Als Druckschrift wurde eigens die von Edward Prince nach dem Vorbild der Schrift des Renaissance-Druckers Nicolaus Jenson geschnitte "Jenson-Antiqua" von 1476 verwendet. - Eclogae ist eine Sammlung von zehn Hirten- und Naturgedichten des römischen Dichters Publius Vergilius Maro. Die einzelnen Gedichte sind nicht durch eine fortlaufende Handlung verbunden, sondern spielen in einer idealisierten ländlichen Welt, in der Hirten miteinander sprechen, singen und über ihre Erfahrungen nachdenken. Dabei verbindet Vergil persönliche Gefühle mit politischen und gesellschaftlichen Themen seiner Zeit. Im Mittelpunkt der Eklogen stehen Hirten, die ihre Liebe, ihre Hoffnungen, ihre Enttäuschungen und ihre Beziehung zur Natur besingen. Mehrfach treten sie in poetischen Wettstreiten gegeneinander an und versuchen, sich durch die Schönheit ihrer Verse zu übertreffen. Die Liebe erscheint dabei oft als Quelle von Freude, aber auch von Schmerz und Sehnsucht. Einige Figuren leiden unter unerfüllten Gefühlen oder dem Verlust eines geliebten Menschen, während andere Trost in der Natur und in der Dichtung suchen. Neben diesen persönlichen Themen greift Vergil auch die politischen Verhältnisse des damaligen Römischen Reiches auf. In mehreren Eklogen wird die Vertreibung von Bauern aus ihrem Land angesprochen, die infolge der Bürgerkriege und der Neuverteilung von Grundbesitz stattfand. Die Klagen der Hirten spiegeln die Unsicherheit und die sozialen Probleme wider, die viele Menschen in dieser Zeit erlebten. Dadurch erhält die scheinbar friedliche Hirtenwelt einen ernsten und nachdenklichen Hintergrund. Ein besonders bedeutendes Gedicht der Sammlung ist die vierte Ekloge. Darin kündigt Vergil die Geburt eines Kindes an, das eine neue Epoche des Friedens, der Gerechtigkeit und des Wohlstands einleiten soll. Diese Vision einer besseren Zukunft macht die Ekloge zu einem der bekanntesten Texte der antiken Literatur. Die Natur wird in allen Gedichten als harmonischer Lebensraum dargestellt. Wälder, Wiesen, Quellen und Berge bilden die Kulisse für die Gespräche und Gesänge der Hirten. Gleichzeitig dient die Landschaft als Spiegel der menschlichen Gefühle und Stimmungen. Freude, Trauer, Hoffnung und Melancholie werden eng mit den Bildern der Natur verbunden. Insgesamt zeichnen die Eclogae das Bild einer idealisierten Welt, in der Menschen im Einklang mit der Natur leben und ihre Gedanken in poetischer Form ausdrücken. Zugleich behandelt Vergil grundlegende Themen wie Liebe, Verlust, Kunst, Frieden und gesellschaftliche Veränderungen. Die Sammlung gilt als eines der bedeutendsten Werke der antiken Dichtung. - Der schöne Einband makellos erhalten. - Müller-Krumbach 40 mit 7 Abbildungen. - Sarkowski 1813. - Schauer, Bd. II,73-74 mit 3 Abbildungen. - Guerin 15-59.
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Sachgebiete: Bibliophilie, Illustrierte Bücher, Literatur ab ca. 1900, Pressendrucke, Vorlagenwerke
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