Katzenversammlung, 1937. Aquarell und Deckfarben, 20,5 cm x 15 cm, links unten mit „H.H.“ monogrammiert und auf „1932“ datiert, rückseitig in Blei mit „Höch“ signiert und ebenfalls auf „[19]37“ datiert, sowie mit dem Nachlasstempel „Hannah Höch / Nachlass Sammlung / König Höch“ versehen. Auf dem Rückkarton findet sich zudem die Bezeichnung „Japan Kat. Nr. 103“, was auf die Ausstellung „Das künstlerische Schaffen einer Malerin des DADA“ verweist, die 1974 im Nationalmuseum of Modern Art in Kyoto durchgeführt wurde.
- Die unheimliche Gegenwart - Die Katze ist im Oeuvre Hannah Höchs ein Leitmotiv. Sie findet sich aber auch im Werk anderer wichtiger Künstler der Zeit wie Franz Marc, Karl Schmidt-Rottluff und Ernst Ludwig Kirchner. Das von jeher mit einer Aura des Geheimnisvollen, Eigenwilligen und Unberechenbaren umgebene anmutige Tier war der klassischen Moderne, die mit der Kunst die psychologische Tiefendimension des eigenen Fremden zu erkunden suchte, ein besonderes Faszinosum, das Höch hier zur Darstellung bringt. Wir sehen aufrechtstehende Katzen, die wie Menschen interagieren und dabei durch die Formgebung unablöslich miteinander verbunden sind. Selbst die mit weit geöffneten Augen unten rechts aus dem Bild herausblickende Karte ist in die Körperform des Tieres darüber eingefügt und farblich diesem angepasst, während zwischen den beiden aufragenden, eine Dreiecksform bildenden Katzen ein farblich rot erscheinender Artgenosse eingesetzt ist, der mit dem roten, die beiden anderen Katzen hinterfangenen Fond korrespondiert. Auf diese Weise wird das enge Bezugsgeflecht einer sozialen Interaktion etabliert, die von einem sonderbaren Ernst und einer Entschlossenheit getragen ist und dabei zugleich den Charakter eines Agierens ins Leere beinhaltet. Mit den Katzenwesen schafft Hannah Höch ein Psychogramm der zeitgenössischen Gesellschaft. zur Künstlerin Hannah Höch gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des Dadaismus. Besonders bekannt wurde sie als Pionierin der Fotomontage und als einzige Frau der Berliner Dada-Gruppe. 1912 begann Höch ihr Studium an der Kunstgewerbeschule in Berlin bei Emil Orlik. Während des Ersten Weltkriegs lernte sie den Künstler Raoul Hausmann kennen, der sie in die Berliner Dada-Bewegung einführte. Gemeinsam mit anderen Künstlern entwickelte sie die Technik der Fotomontage weiter, bei der Fotografien und Zeitungsausschnitte zu neuen, oft gesellschaftskritischen Bildern zusammengesetzt werden. In ihren Werken setzte sich Höch kritisch mit Politik, gesellschaftlichen Normen und insbesondere mit den Rollenbildern von Frauen auseinander. Ein zentrales Thema ihrer Kunst war die sogenannte „Neue Frau“ der Weimarer Republik – eine selbstständige und berufstätige Frau, die traditionelle Geschlechterrollen infrage stellte. Ihre Arbeiten gelten deshalb als frühe Beiträge zur feministischen Kunst. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden ihre Werke als „entartet“ betrachtet. Sie zog sich weitgehend aus dem öffentlichen Kunstleben zurück und lebte zurückgezogen in Berlin-Heiligensee. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm sie ihre künstlerische Tätigkeit wieder auf und entwickelte ihren Stil weiter, wobei sie neben Collagen auch abstrakte und surrealistische Werke schuf.
8500,- EUR
Differenzbesteuert/Subject to margin taxation
Sachgebiete: Aquarelle, Dada, Moderne Kunst
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Telefon 0176 226 19 112
Mail: contact@arcadia-art.de • Web: https://www.arcadia-art.de

Arkadien ist ein unerreichbarer Sehnsuchtsort, den einzig die Kunst zu veranschaulichen vermag. Begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise nach Arkadien – ins Reich der Kunst!
Bei der Werkauswahl ist stets mein ganz persönlicher Blick leitend, so dass kein Kunstwerk angeboten wird, welches ich nicht auch für sich selbst erwerben würde. Die Kunst hat sich mir von Kindesbeinen an mitgeteilt. Für mich ist es evident, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt und auch die Kunst ein Quell des Lebens bildet. Als Kunsthistoriker lasse ich den präsentierten Kunstwerken eine ihnen angemessene Betrachtung zuteilwerden und verbindet auf diese Weise Passion und Profession miteinander.
Bei Arcadia Art treffen heutzutage kanonisierte Künstler auf Künstler, die nicht mehr in derselben Weise im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, zu ihrer Zeit mitunter aber hoch geschätzt wurden und ihrer Wiederentdeckung harren. Auch in den weiten Feldern außerhalb der jeweils geltenden Kanonisierungen wird aufmerksam nach künstlerischer Qualität gefahndet, die sichtbar gemacht werden soll. Dabei hat die Grenzziehung zwischen Tradition und Moderne keine Gültigkeit.