Johannes Gutenberg, 1900. Gips auf hölzernem Untergestell, 95 cm (Höhe) x 65 cm (Breite) x 50 cm (Tiefe), etwa 30 kg, seitlich mit „H. BITTERLICH“ signiert. - stellenweise stärker betrieben und mit kleineren Abplatzern
- Das Schicksal der Menschheit - Bei dem überlebensgroßen, monumentalen Kopf wird es sich um das 1:1 Modell für den Kopf des im Jahre 1900 auf dem Lugeck in Wien errichteten Johannes-Gutenberg-Denkmals handeln. Der für eine Untersicht konzipierte Kopf mit dem wallenden Bart ist gleichermaßen der Kopf eines Denkers und eines Propheten. Die schwere Humanistenmütze zeigt Gutenberg als Initiator einer kulturellen Revolution. Durch den Buchdruck vermag nicht allein künftig letztlich jeder Mensch am Quell des Wissens teilzuhaben, die neue mediale Manifestationsmöglichkeit beschleunigt auch die Produktion des Wissens auf eine damals nicht vorhersehbare Weise. Eben diese Konsequenzen scheint Gutenberg – von tiefem Ernst erfüllt – mit prophetischem Blick zu ahnen. Der prophetische Zug wird von dem an Michelangelos Moses gemahnenden Gesichtsausdruck und dem wallenden Bart verstärkt. Vor allem aber drückt das Gesicht einen immensen Willen im nietzscheanischen Sinne aus, mit dem Gutenberg ein das Schicksal der Menschheit bestimmenden Sieg errungen hat, der ihn zugleich über das Schicksal der Menschen nachsinnen lässt. zum Künstler Johann „Hans“ Bitterlich ist der Sohn des Bildhauers und Historienmalers Eduard Bitterlich. Er studierte bei Edmund Hellmer und Kaspar von Zumbusch an der Wiener Kunstakademie Bildhauerei. 1886 gewann er den mit einem zweijährigem Italienstipendium dotierten Rompreis mit der lebensgroßen Gipsstatue ‚Mutterliebe‘. Ab 1890 war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses, an dessen Jahresausstellungen er regelmäßig teilnahm. Von 1901 bis 1931 war er Professor der Wiener Akademie. Hans Bitterlicch gehörte zur jüngeren Generation der Ringstraßenbildhauer, die sich vom Neobarock ausgehend dem Jugendstil annäherten. Bitterlich schuf zahlreiche Denkmäler, von denen das Gutenberg-Denkmal am Lugeck in Wien (1900) und die Sitzfigur der Kaiserin Elisabeth (1907) seine bedeutendsten Werke sind. 1887 erhielt er den Preis des Wiener Künstlerhaues, 1894 den Kaiserpreis der 3. Internationalen Wiener Kunstausstellung, 1931 wurde ihm das Österreichischen Verdienstkreuzes und 1943 die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Joseph Goebbels setzte ihn auf die sogenannte ‚Gottbegnadeten-Liste‘ der für den NS-Staat wichtigen Künstler.
3200,- EUR
Differenzbesteuert/Subject to margin taxation
Sachgebiete: Antiquitäten, Plastik
Kontakt zum
Fehmarner Straße 16 • 13353 Berlin
Telefon 0176 226 19 112
Mail: contact@arcadia-art.de • Web: https://www.arcadia-art.de

Arkadien ist ein unerreichbarer Sehnsuchtsort, den einzig die Kunst zu veranschaulichen vermag. Begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise nach Arkadien – ins Reich der Kunst!
Bei der Werkauswahl ist stets mein ganz persönlicher Blick leitend, so dass kein Kunstwerk angeboten wird, welches ich nicht auch für sich selbst erwerben würde. Die Kunst hat sich mir von Kindesbeinen an mitgeteilt. Für mich ist es evident, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt und auch die Kunst ein Quell des Lebens bildet. Als Kunsthistoriker lasse ich den präsentierten Kunstwerken eine ihnen angemessene Betrachtung zuteilwerden und verbindet auf diese Weise Passion und Profession miteinander.
Bei Arcadia Art treffen heutzutage kanonisierte Künstler auf Künstler, die nicht mehr in derselben Weise im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, zu ihrer Zeit mitunter aber hoch geschätzt wurden und ihrer Wiederentdeckung harren. Auch in den weiten Feldern außerhalb der jeweils geltenden Kanonisierungen wird aufmerksam nach künstlerischer Qualität gefahndet, die sichtbar gemacht werden soll. Dabei hat die Grenzziehung zwischen Tradition und Moderne keine Gültigkeit.