Scherzo, um 1890. Marmorbüste auf Marmorsockel mit Titelplakette, 42,5 cm (Gesamthöhe) x 28 cm (Breite) x 18 cm (Tiefe), 14,8 kg, an der Vorderkante mit „E.[mile] Jespers.“ signiert. - materialbedingte Verfärbungen und ebenfalls materialbedingte minimale Ausbrüche, insgesamt in einem sehr guten Zustand
- Das Naturell des Scherzos - Dem Charakter des musikalischen Scherzos entsprechend weist das jugendliche Antlitz gleichermaßen scherzhaft-fröhliche wie pikant-erotische Züge auf. Es ist das Gesicht eines entmythologisierten Fauns, der – dem Naturell des Scherzos folgend – überrascht den Kopf wendet, um etwas begehrlich und zugleich träumerisch in den Blick zu nehmen. Gerade die Wahl der Büste, die doch üblicherweise streng frontal ausgerichtet ist und eine überzeitliche Denkmalwirkung aufweist, lässt die Bewegung des Jünglings umso spontaner und dynamischer erscheinen, was wiederum der Virtuosität des Scherzos entspricht und die Lebendigkeitswirkung der Büste steigert. Emil Jespers gelingt es auf beeindruckende Weise, den Charakter des Scherzos vermittels der Skulptur zu veranschaulichen. Er hat eine äußerst seltene Allegorie eines musikalischen Sujets geschaffen, die die Musikalität selbst zum Ausdruck bringt. zum Künstler Emile Ludovicus Martinus (Emile) Jespers war ein belgischer Bildhauer. Er erhielt seine Ausbildung an der Königlichen Akademie der Schönen Künste und eröffnete 1885 ein eigenes Atelier. 1887 gründete er gemeinsam mit dem Bildhauer Alfons Baggen und dem Maler Jan van de Riet den flämischen Kunstkreis „Eigen Vorming“. Jespers schuf vor allem Büsten, Figuren und Reliefs aus Marmor, Elfenbein und Bronze. Stilistisch wurde er vom französischen Bildhauer Jean-Baptiste Carpeaux beeinflusst. Er stellte im In- und Ausland aus und arbeitete unter anderem im Auftrag des Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen. Er starb 1918 im Alter von 56 Jahren und wurde auf dem Schoonselhof beigesetzt. Zu seinen fünf Kindern zählen der Bildhauer Oscar Jespers und der Maler Floris Jespers.
2500,- EUR
Differenzbesteuert/Subject to margin taxation
Sachgebiete: Antiquitäten, Musik/Noten, Plastik
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Bei der Werkauswahl ist stets mein ganz persönlicher Blick leitend, so dass kein Kunstwerk angeboten wird, welches ich nicht auch für sich selbst erwerben würde. Die Kunst hat sich mir von Kindesbeinen an mitgeteilt. Für mich ist es evident, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt und auch die Kunst ein Quell des Lebens bildet. Als Kunsthistoriker lasse ich den präsentierten Kunstwerken eine ihnen angemessene Betrachtung zuteilwerden und verbindet auf diese Weise Passion und Profession miteinander.
Bei Arcadia Art treffen heutzutage kanonisierte Künstler auf Künstler, die nicht mehr in derselben Weise im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, zu ihrer Zeit mitunter aber hoch geschätzt wurden und ihrer Wiederentdeckung harren. Auch in den weiten Feldern außerhalb der jeweils geltenden Kanonisierungen wird aufmerksam nach künstlerischer Qualität gefahndet, die sichtbar gemacht werden soll. Dabei hat die Grenzziehung zwischen Tradition und Moderne keine Gültigkeit.