Befestigungsgrundriß, ohne Titel, aquarell. Feder-Tuschezchng. nach 1730, 90 x 87 cm.
Spektakulärer großformatiger Manuskriptplan von Braunschweig. Der Schwerpunkt des nach Westen orientierten Planes (dieselbe Orientierung hat auch der 1755 erschienene Stadtplan von A.H.C. Conradi) liegt in der detailreichen Beschreibung der Stadtbefestigung und der Stadttore. Das 1728 abgerissene Aegidientor ist schon als Neubau unter dem Namen Augusttor (nach Herzog August Wilhelm 1662-1731) verzeichnet. Es fehlt ferner das "Alte Petritor" (geschlossen 1707), das Neustadttor (geschlossen 1693) ist verzeichnet, allerdings nicht benannt und nicht mehr als Stadttor sondern als Lücke im Wall gekennzeichnet. Die Befestigungsbauten nach Plänen des Festungsbaumeisters Johann Caspar von Völcker (1655-1730) sind präzise verzeichnet, allerdings sind im Bereich zwischen Steintor und Augusttor Ravelins und Vorwerke noch nicht fertiggestellt. Die Vollendung der letzten Ravelins erfolgte bis 1740 durch Völckers Nachfolger Johann Georg Möring. Die Befestigungsanlage besteht aus 16 Bollwerken, der Bauchwall, ein detachiertes Bollwerk zwischen zwei Okerarmen fehlt und wurde erst später (wohl nach der erfolglosen Belagerung der Franzosen 1761) geplant und errichtet. Der Plan wurde auf zwei zusammengesetzten Papierstücken gezeichnet. Ein langer Einriss in der unteren Blatthälfte bis zur Mitte restauriert. Alte Faltung geglättet, ein Einriss in der Falz ebenfalls restauriert. Ein für die Befestigungsgeschichte Braunschweigs wichtiger Manuskriptplan, definitiv ein eigenständiges Werk und keine Kopie bestehender Pläne.
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