KRAKAU: Gesamtans. und Umgebung, 4 Blatt, "Bericht von Ir dürchleüchtigkeit Maximilian, erwölter könnig in Bolen", "Zum andern die gelegenheit, vmb das Closter, Mitt Irenn scharwachten", "Zum dritten. die Gelegenheitt. Vor. Kracau: wie. Ir. Durchleutigkeitt Maximilian. Die statt hatt Gesturmbt. Aber Nichts davor Auss Gericht", "Züm Virten die gelegen heitt Vor der statt püschen In der schlesischen gelegen", Radierung n. u. v. Adolf Lautensack, um 1588, 20 x 27 cm (je Blatt)
Imago Poloniae H10a/1-4. Thieme/B. XXII, 462 (L.). Drugulin II, 753/4 (nur die ersten 2 Bll.). Ausgesprochen seltene Serie der "Kämpfe des Erzh. Maximilian von Österreich bei Krakau", die Adolf Lautensack, Sproß der Künstlerfamilie Lautensack, die im 16. Jahrhundert in Frankfurt, Nürnberg und Wien tätig war, nach den Ereignissen schuf. Die Radierungen spiegeln unmittelbar den zeitlichen Ablauf des Polnischen Erbfolgekriegs von 1587-1588 wider, der durch die Doppelwahl von Maximilian III. (unterstützt von einem Teil des polnischen Adels) und Sigismund Vasa - dem Favoriten der Mehrheit, der zudem rasch Rückhalt beim Hetman Jan Zamoyski fand - ausgelöst worden war. Maximilian rückte im Oktober 1587 gegen Krakau vor, um seinen Anspruch geltend zu machen. Nach wochenlangen Angriffen und Belagerungsvorbereitungen gelang es ihm jedoch nicht, die Stadt einzunehmen. Auf dem Rückzug nach Süden und Westen wurde er abgefangen und am 24. Januar 1588 in der Schlacht bei Pitschen (Byczyna) vernichtend geschlagen; anschließend geriet er in Gefangenschaft. Die vier Druckgrafiken von Lautensack schildern diesen Ablauf mit außergewöhnlicher Klarheit und waren - den Inschriften zufolge - als dokumentarischer Bericht aus der Perspektive von Maximilians Partei konzipiert. Die Blätter im Einzelnen: Blatt I: Die Schlacht vor Krakau und die ersten Gefechte. Blatt II: Die Weichsellinie, vorgelagerte Befestigungen und das Einkesselungsmanöver. Blatt III: Der Angriff und Niederbrennen der Vororte von Krakau. Blatt IV: Die Niederlage vor Krakau und die Gefangennahme von Maximilian. Bei diesen Blättern handelt es sich um die einzige bekannte grafische Folge, die Maximilians Krakauer Feldzug von 1587 illustriert; sie entstanden zeitnah, nur wenige Monate nach den Ereignissen. Die Darstellungen sind reich an beschrifteten Details - etwa Ortsnamen, Regimentsbezeichnungen, Hauptquartieren und Feldlagerstrukturen -, die sich nicht als bloßes, allgemeines Dekor abtun lassen, sondern eine zusammenhängende Erzählung des Kampfgeschehens bilden. Sie zählen zu den frühesten detaillierten bildlichen Berichten über einen polnischen Erbfolgekrieg und gehören zu den anschaulichsten Schlachtfelddarstellungen, die in den 1580er Jahren im Heiligen Römischen Reich entstanden.Wir konnten drei vollständige Exemplare nachweisen: Sammlung Niewodniczanski in Bitburg, Privatsammlung in Brüssel sowie das Exemplar aus der Sammlung von Graf Emeryk Hutten Czapski (Anfang des Jahres bei Barry Ruderman verkauft). Kein Exemplar in deutschen oder österreichischen öffentlichen Institutionen. Mit schmalem Rand, alt in eine Papiermaske geklebt. Etwas fleckig und leimschattig, wohl aus einem Sammelband mit Mittelfalz.
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