Moschee, 1916. Aquarellierter Holzschnitt auf Büttenpapier, 15,5 cm x 10 cm (Darstellung), 29 cm x 22,3 cm (Blattmaß), rechts unten der Darstellung in Blei mit „WDexel 16“ signiert und auf 1916 datiert, rechts unten als Exemplar Nr. „4/30“ ausgewiesen, links unten als „Moschee“ betitelt und „handaquar.[elliert]“ bezeichnet. Werkverzeichnis Walter Vitt Nr. 3A. - Papier leicht nachgedunkelt und außerhalb der Darstellung partiell fleckig, Darstellung in farbfrischem Zustand
- Die Expression der Architektur - Aus schwarzen dynamischen Flächen entsteht explosionsartig eine Szenerie, aus der die Moschee emergiert. Dabei ist das steinfarbene, in sich gefügte architektonische Gebilde das eigentliche Wirkzentrum der Protuberanzen. Die blaue Lichtaura mit ihren nach außen gerichteten Strahlen durchdringt das gesamte Bild mit ihren Blautönen. Die gelbroten Farben neben der Moschee und den stilisierten Palmen gemahnen an die aufgehende Sonne und speisen ihre Energie in das dynamische Geschehen ein, während die auf die Natur bezogenen Grüntöne das Farbcrescendo ergänzen und austarieren. Mit der innovativen Technik, den Holzschnitt farblich zu aquarellieren intensiviert Walter Dexel die Szenerie, die mit der aufstrahlenden Moschee innerhalb des Farb- und Formengewitters zugleich eine Ikone der expressionistischen Architekturvisionen ist. Durch die Aquarellierung ist jedes Exemplar des Holzschnitts zugleich ein Gemälde und als solches ein Unikat. zum Künstler Walter Dexel studierte von 1910 bis 1914 Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Heinrich Wölfflin und Fritz Burger. Parallel dazu besuchte er eine Zeichenschule und begann sich künstlerisch zu betätigen. Er unternahm Studienreisen nach Italien und Paris. 1916 promovierte er an der Universität Jena und neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit arbeitete anschließend bis 1928 als Ausstellungsleiter des Jenaer Kunstvereins, wo er moderne Kunst förderte und wichtige Ausstellungen organisierte. Er erwarb unter anderem Werke von Alexander Archipenko, Alberto Giacometti, Erich Heckel, Paul Klee, Oskar Kokoschka und Emil Nolde und organisierte Dada-Abende und Ausstellungen von Expressionisten, Bauhaus-Künstlern, Realisten und Konstruktivisten. Ab 1926 war Dexel freiberuflich als Grafiker und Designer in Frankfurt am Main tätig und gestaltete Reklame und Typografie, unter anderem für das Projekt Neues Frankfurt unter Ernst May. Von 1928 bis 1935 lehrte er Gebrauchsgrafik und Kulturgeschichte an der Kunstgewerbeschule Magdeburg. Später war er Professor für theoretischen Kunst- und Formunterricht in Berlin und baute ab 1942 in Braunschweig eine bedeutende Sammlung von Gebrauchsgegenständen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er seine Lehr- und Forschungstätigkeit fort und widmete sich ab 1961 wieder verstärkt der Malerei.
2400,- EUR
Differenzbesteuert/Subject to margin taxation
Sachgebiete: Aquarelle, Expressionismus, Moderne Kunst
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Telefon: 0176 226 19 112
Mail: contact@arcadia-art.de • Web: https://www.arcadia-art.de

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Bei der Werkauswahl ist stets mein ganz persönlicher Blick leitend, so dass kein Kunstwerk angeboten wird, welches ich nicht auch für sich selbst erwerben würde. Die Kunst hat sich mir von Kindesbeinen an mitgeteilt. Für mich ist es evident, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt und auch die Kunst ein Quell des Lebens bildet. Als Kunsthistoriker lasse ich den präsentierten Kunstwerken eine ihnen angemessene Betrachtung zuteilwerden und verbindet auf diese Weise Passion und Profession miteinander.
Bei Arcadia Art treffen heutzutage kanonisierte Künstler auf Künstler, die nicht mehr in derselben Weise im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, zu ihrer Zeit mitunter aber hoch geschätzt wurden und ihrer Wiederentdeckung harren. Auch in den weiten Feldern außerhalb der jeweils geltenden Kanonisierungen wird aufmerksam nach künstlerischer Qualität gefahndet, die sichtbar gemacht werden soll. Dabei hat die Grenzziehung zwischen Tradition und Moderne keine Gültigkeit.