Eigenh. Briefentwurf o. U.
Scheels Rücktrittsentwurf an den damaligen Bundeskanzler Ludwig Erhard: „[…] an der gestrigen Kabinettssitzung konnte ich leider nicht teilnehmen, da ich als Leiter der Delegation der Bundesrepublik Deutschland an der Generalversammlung der UNESCO in Paris teilnahm. Heute nachmittag ist mir der Text der Erklärung vorgelegt worden, die vom Kabinett als Ergebnis der Sitzung verabschiedet wurde. Ich bin nicht in der Lage, dieser Erklärung beizutreten, da ich fest davon überzeugt bin, dass ein Ausgleich des Haushaltes 1967 ohne Steuererhöhungen möglich ist. In dieser Lage möchte ich Sie bitten, mich von meinem Amte als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit zu entbinden. […]“ - Mit mehreren Durchstreichungen. - Nach der Bundestagswahl 1961 wurde Scheel am 14. November 1961 im Kabinett Adenauer IV zum ersten Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit ernannt. Am 19. November 1962 trat er anlässlich der Spiegel-Affäre zusammen mit den anderen FDP-Bundesministern aus Protest zurück. Dem daraufhin am 13. Dezember 1962 ohne den umstrittenen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß gebildeten Kabinett gehörte er dann aber mit gleicher Funktion wieder an. Er behielt dieses Amt auch in der von Bundeskanzler Ludwig Erhard geführten Bundesregierung. Wegen eines Streits über den Bundeshaushalt trat er am 28. Oktober 1966 gemeinsam mit den anderen FDP-Bundesministern von seinem Amt zurück.
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