Rare Books Berlin - Internationale Messe für Bücher und Graphik


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Locher, Jakob.

Locher, Jakob. Libri philomusi. Panegyrici ad Rege[m]. Tragedia[m] de Thurcis et Suldano. Dyalog[us] de heresiarchis. Mit 20 (davon 2 ganzseitigen) Original-Holzschnitten (teils in Wiederholung). Strassburg, Johann (Reinhard) Grüninger, (nach dem 15. Mai) 1497. 20 x 14,5 cm. [62] Bll. (A1-L4). Blindgeprägter Halbleinwand-Einband um 1900 mit Rückentitel und Jahreszahl. - Hain-C. 10153 - GW 18631 - Goff L-264 - Proctor 483 - BMC I, 112 - Polain 2505 - Fairfax Murray (German) 242 - Stillwell L 234 - Schreiber 4513 - Schramm XX, 23 - Slg. Schäfer 212 - Goedeke I, 427, 9 - Schmidt, Grüninger, 32. - Einzige Ausgabe. - Früher „Türkendruck“, in dem sich der vielseitige Humanist Jakob Locher (1471–1528), auch genannt Philomusus - der Hofdichter von Kaiser Maximilian I. - mit der ständigen Bedrohung Westeuropas durch das Osmanische Reich auseinandersetzt. - Enthalten sind Lobgedichte an den Kaiser, den Hofstaat und den Klerus, eine Ermahnung zum Kampf gegen die Türken, ein "Dyalogus" gegen alle Formen der Häresie etc. - Insgesamt 13 der kunstvollen Holzschnitte stammen aus Strassburger Editionen von Terenz sowie Sebastian Brandts „Narrenschiff“. Sechs weitere Motive wurden eigens für dieses Werk neu angefertigt; sie orientieren sich zwar am Stil des Terenz-Meisters, weisen jedoch eine noch feinere, metallschnittartige Linienführung auf. Der einleitende Holzschnitt zeigt den Autor selbst, der im Erscheinungsjahr des Buches zum „poeta laureatus“ gekrönt wurde (vgl. von Arnim). - Ein frühes Monument der frühen humanistischen Literatur in Deutschland und eines der schönsten Beispiele für Buchillustration der Renaissance. - Vorliegende Druckvariante: der Wappenholzschnitt auf Bl. B6r eingedruckt, Schlusszeile von I3r mit in Stempeldruck eingesetztem griechischen "tekos" (richtig "telos"), L2v mit Druckfehler "Jacboi" im Kolumnentitel, L3r in der letzten Zeile "Daum" statt "Datum", im Kolophon richtig "christo". Einer der 3 bei Murray beschriebenen Leerräume für griechische Wörter mit Holzschnittstempel ausgefüllt (K6v; L2v nur teilw. und L1r ganz ausgelassen), zusätzlich auch der auf H2v, Zeile 7 (im "Decretum bellicum" Papst Alexanders VI. und Kaiser Maximilians gegen die Türken). - Rücken etwas gebräunt, leicht berieben und beschabt, Ecken teils schwach bestossen; leicht gebräunt und angestaubt (Titel stärker), stellenweise schwach finger-, tinten- und minimal feuchtfleckig, am oberen Rand teils etwas knapp beschnitten, im Bug gelocht (wohl von alter Bindung), letztes Blatt alt aufgezogen. Insgesamt sauber und in guter Erhaltung. - Provenienz: Auf Fol. L1r wohl alter handschriftlicher Besitzvermerk "Johannes" - Wappen-Exlibris Liechtensteinhaus - International Antiquariaat (Menno Hertzberger; Titelaufnahme mit Firmenlogo lose beiliegend), Amsterdam, dort in den 1950er Jahren erworben, seither Schweizer Privatsammlung.

Sachgebiete: Alte Drucke 16. Jahrhundert , Geschichte

14000,- EUR
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Niemann, Albert

Niemann, Albert. Ueber eine neue organische Base in den Cocablättern. Mittheilung aus der Inaugural-Dissertation (S. 129–155, 291–308) in: Bley, L. (Hrsg.). Archiv der Pharmacie. Eine Zeitschrift des allgemeinen deutschen Apotheker-Vereins. Abtheilung Norddeutschland. X. Jahrgang., Zweite Reihe, CIII. Band, der ganzen Folge CLIII. Band. Hannover, Hahn'schen Hofbuchhandlung, 1860. 20,5 x 13 cm. 392, VIII S. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild. - Garrison/ Morton Nr. 1765. - Erste Veröffentlichung seiner Dissertation. - "Seit 1859 Assistent Friedrich Wöhlers, beschäftigte sich Albert Niemann (1834–1861) im Rahmen seiner Dissertation mit der Isolierung eines Alkaloids aus den Blättern der Cocapflanze Erythroxylum coca. Bereits der Apotheker Friedrich Gaedcke (1828–1890) hatte sich mit der Untersuchung von Cocablättern befasst und 1855 darüber publiziert. Zwar gelang es Gaedcke, einen kristallinen Stoff zu isolieren, den er "Erythroxylin" nannte, aber für identisch mit Teein hielt. Die geringen Mengen an Cocablättern - Gaedcke standen nur zwei Unzen (entspricht circa 60 Gramm) zur Verfügung - erlaubten es ihm noch nicht, nähere Ausführungen zu Eigenschaften und Zusammensetzung des Stoffes zu machen. Als Entdecker gilt daher Niemann, der am 18. Juni 1860 seine Dissertation abschloss, die in Göttingen gedruckt wurde und noch im gleichen Jahr auch im "Archiv der Pharmacie" erschien. Ein Auszug wurde ferner in der "Vierteljahresschrift für practische Pharmacie" abgedruckt. Die Doktorarbeit - Niemann sah sich mit seiner Arbeit in einer Reihe von Alkaloidforschern, wie er einleitend ausführt: "Seitdem durch die im Jahre 1804 durch Sertuerner erfolgte Entdeckung des Morphins im Opium der erste Beweis von der Existenz organischer Salzbasen in den Pflanzen, als Produkte des vegetabilischen Lebens, geliefert und erwiesen war, dass das Opium seine physiologischen Wirkungen vorzugsweise dem Gehalte an Morphin verdanke, hat man es oft versucht, auch in anderen heftig und eigenthümlich auf den Organismus wirkenden Pflanzentheilen ähnliche Körper aufzusuchen... Diese Untersuchungen, namentlich in Frankreich von Pelletier und Caventou sowie von Robiquet ausgeführt, wurden in der That durch positive Resultate gekrönt." (Friedrich, Christoph. Albert Niemann, Entdecker des Kokains. PZ Pharmazeutische Zeitung, 01/2011, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-032011/entdecker-des-kokains/, (24.2.26)). - Einband leicht feuchtfleckig; Text relativ gleichmässig gebräunt, gelegentlich schwach stockfleckig, Vorsätze etwas leimschattig. Insgesamt in guter Erhaltung.

Sachgebiete: Chemie, Medizin, Naturwissenschaften, Pharmazie

2000,- EUR
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Hönn, Georg Paul.

Hönn, Georg Paul. Betrugs-Lexicon, worinnen die meisten Betrügereyen in allen Ständen nebst denen darwider guten Theils dienenden Mitteln entdecket/ Fortgesetztes Betrugs-Lexicon. 2 Teile in 1 Band. Coburg, Paul Günther Pfotenhauer und Sohn, 1730. Ca. 17,5 x 12 cm. [8] Bll., 458 S., [7] Bll., 116 S., [2] Bll. Pergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel. - Vgl. Hayn/G. III, 312 (Ausgabe 1761) - ADB XIII, 73. - Vierte Ausgabe des erstmals 1721 erschienenen und danach noch häufig aufgelegten Werks. - "Whole range of Baroque rascality in alphabetical order. Called a 2nd new and improved ed.; the prefatory notice gives an account of Hoenn's own augmented ed. of 1730, of the pirated and bungled ed. of 1743 (a cheater cheating with a book on cheating) and of the changes in this new ed." (The Harold Jantz Collection of German Baroque Literature). - Satirisches Werk, das bei der Aufdeckung übler Machenschaften keine Berufsstände und Gesellschaftssschichten auslässt: Advokaten, Ärzte, Alchemisten, Apotheker, Bauern, Beamte, Bücherschreiber, Buchhändler, Ehemänner, Eheweiber, Erben, Geistliche, Italiener, Kellner, Köche, Kupferstecher, Mönche, Musikanten, Nonnen, Poeten, Professoren, Quacksalber, Schatzgräber, Spieler, Studenten, Tee- und Kaffeewirte, Uhrmacher, Zeitungs-Schreiber usw. - Oberes Kapital etwas bestossen, Einband leicht fleckig, kleine Kleberückstände von altem Rückenschild; Innen etwas gebräunt.

Sachgebiete: Lexika, Literatur bis ca. 1900, Satire

1200,- EUR
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Wölfflin, Heinrich.

Wölfflin, Heinrich, Kunsthistoriker (1864-1945). 12 Karten und 3 Briefe. - ENTHÄLT: 1. Eigenhändige Karte mit Unterschrift. Zürich, 22.10.1941. 1 S. Handschriftliches Couvert (gelaufen). - 2. Eigenhändige Karte mit Monogramm. O. O. u. J. 1 S. - 3. Eigenhändige Postkarte mit Monogramm. Zürich, 30.4.1939 (Poststempel). 1 S. - 4. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift. Winterthur, 5.7.1940 (Poststempel). - 5. Eigenhändige Karte mit Unterschrift. O. O. u. J. 1 S. - 6. Eigenhändige Karte mit Unterschrift. O.O., dat. 24.10. (ohne Jahr). 1 S. - 7. Eigenhändige Karte mit Unterschrift. Zürich, 23.3.41. 1 S. - 8. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift. Winterthur, 23.6.1938 (Poststempel). 1 S. - 9. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift. Zürich, 27.6.1937 (Poststempel). 1 S. - 10. Eigenhändige Karte mit Unterschrift. Zürich, 26.6.1944. 1 S. - 11. Eigenhändige Karte mit Unterschrift. Zürich, 7.6.1943. 1 S. - 12. Eigenhändige Karte mit Unterschrift. Zürich, 1.4.1943. 1 S. - 13. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Zürich, 23.5.1943. 1 S. - 14. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Zürich, 14.10.1937. 1 S. - 15. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Winterthur, 23.6.1942. ½ S. - BEIGEGEBEN: Maschinengeschriebener Brief mit Unterschrift von H. David (Nachlassverwalter Wölfflins). Zürich, 17.10.1945. 1 S. Datiert und monogrammiert MF. - Umfangreiche Korrespondenz zwischen dem berühmten Schweizer Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin und Marie-Anne von Franz (1913-2011), Tochter von Baron Erwin Gottfried von Franz (1876-1944) und Margret, geborene Schoen. -Delegierte des IKRK in Genf von 1940-1947, Sekretariat für Hilfsaktionen, 1946 in der Abteilung für Hilfsaktionen des IKRK. Von 1948-1972 war sie in der UNESCO in Paris tätig. - Teils leicht gebräunt die Briefe mit Faltspuren. Insgesamt sehr gut erhalten. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz.

Sachgebiete: Autographen, Kunstgeschichte

3200,- EUR
inkl. 19% USt./incl. 19% VAT

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Labrahm, Jonas David - Hegetschweiler, Johann Heinrich

Labrahm, J[onas] D[avid] - Hegetschweiler, J[ohann] H[einrich]. Sammlung von Schweizer Pflanzen nach der Natur und auf Stein gezeichnet. 80 Lieferungen in 5 Bänden. Mit 10 gestochenen Titelblättern und 478 (von 480) kolorierten lithographierten Tafeln. Zürich, Johann Esslinger, ohne Jahr (1826-1834). Zu jeder Tafel je 1 Blatt Beschreibung. Halbmaroquin der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Bandzahl, Kopfgoldschnitt. - Nissen BBI 838 - Pritzel 3904 - Stafleu-Cowan 2563. - Erste Ausgabe. - Grosse Monographie über die Schweizer Pflanzenwelt, erschienen in zwei Serien in einer Basler und einer Zürcher Ausgabe (sowie einem Nachdruck aus Sankt Gallen) und umfasst vollständig laut Nissen 882, laut Stafleu und Cowan 877 lithographierte Tafeln und entsprechend dazugehörige Textblätter. - "Die Pflanzenbilder geben mit unübertrefflicher Sicherheit den Habitus und die charakteristischen Einzelheiten der Originale wieder und sind in ihrer Art Meisterwerke" (Brun, Schweizer Kunstler-Lex. II, 212). - Vorliegend die ersten 10 Abteilungen/ 80 Lieferungen der Zürcher Ausgabe, die zwischen 1826 bis 1834 erschienen ist. Zwischen 1838 bis 1846 erschienen 100 weitere Lieferungen mit je 4 Tafeln. - Die lithographierten Rücken der Original-Broschuren jeweils eingebunden. Vereinzelte Blatt auf blau getöntem Papier. - Kapitale leicht berieben, Ecken schwach bestossen; Innen in den Rändern gebräunt, stellenweise schwach stockfleckig. Vereinzelte Blatt mit kleinem Randeinriss aufgrund des dünnen Papiers. Insgesamt aber sehr gut erhalten. - Provenienz: Aus dem ehemaligen Besitz des Philologen und Lateinprofessors Henry W. Prescott (1874-1943) mit dessen gestochenem Exlibris und handschriftlichem Besitzvermerk.

Sachgebiete: Botanik, Illustrierte Bücher, Naturwissenschaften, Schweiz

2200,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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[MER DES HISTOIRES].

[MER DES HISTOIRES]. Le premier [-second] volume de la mer des histoires. Auquel le second ensuyvat Est tant du vieil testament que du nouveau toutes les Hystoires, Actes et Faictz dignes de memoire, puis la creation du Monde iusques en lan mil cinq cens l selon la cotte & datte des ans... [-Tiers Livre de la fleir et mer des Hystoires...] 3 Teile in 1 Band. Mit 3 gestochenen Titeln, 157 (teils blattgrossen und zahlreichen Text-) Holzschnitten, 2 doppelblattgr. Holzschnitt-Karten, 1 gestochener Holzschnitt-Druckermarke als Schlussvignette. Paris, Les Angeliers & Jean Real für Oudin, 1550 [im Kolophon: 20. decembre 1550]. 34 x 23 cm. [12], 258; [4], 204; [2] Bll., Bll. 5-83, [1] Bll. Prachtvoller dunkelgrüner Maroquin-Einband der Zeit auf 5 Bünden über Holzdeckeln mit goldgeprägtem Rückentitel, Verleger und Jahreszahl (hier datiert 1551), reicher floraler Rücken-, Steh-, Innen- und Aussenkantenvergoldung, Vollgoldschnitt, Vorsätze mit marmoriertem Papier ausgestattet. - Brunet III, 1642 - Bechtel, M-244 - FVB-37584. - Erstmals 1475 als 'Rudimentum Novitiorum' veröffentlicht, bekannt dafür, die ersten gedruckten Karten zu enthalten, die Landformen und Länder darstellen. Ab 1488 wurde sie von Pierre Le Rouge ins Französische übersetzt. Für die französische Übersetzung wurden 1488 neue Holzschnitttafeln erstellt und 1491 noch einmal leicht verkleinert. Die Holzschnitte von 1491 wurden bis zur Veröffentlichung 1555 verwendet. - Das Werk war eine umfangreiche enzyklopädische Chronik von der Erschaffung der Welt bis zur Gegenwart. Es enthielt Karten, Ereignisse sowie Stammbäume von Adelsgeschlechtern und Päpsten. Diese spezielle Ausgabe orientiert sich an der Ausgabe von 1544, wobei die Ereignisse von 1536 bis 1543 im letzten Lagenband mm6 des zweiten Teils fehlen, die in Jean Le Gendres ‚Drittem Buch‘ nachgedruckt wurden, und ist bis zum Einzug von König Heinrich II. in Blois am 27. November 1550 vervollständigt (vgl. Bibliographie der Pariser Ausgaben des 16. Jahrhunderts, Nr. BP16_114182 (Kollation identisch; online)). Ergänzt durch das von Jean Le Gendre verfasste „Tiers livre“, das die Zusammenfassung der Weltgeschichte mit einer Chronik fortsetzt, die die Jahre 1535 bis 1551 abdeckt. Moreri führt aus, dass er aus Orléans stammte und Mathematiker sowie Historiker war. - Einband minimal berieben, Rücken schwach bestossen; leicht gebräunt (Vorsätze stärker), tetwas stockfleckig (zumeist in den Rändern), gelegentlich leicht tinten- und fingerfleckig. Der Haupttitel etwas angestaubt und fleckig, Titel und Druckermarke in der Ecke mit fachmännisch ausgeführter Blattergänzung (ohne Textverlust), Fol. XXXII im 3. Teil mit Eckausriss. - Handschriftliche Notizen auf dem Vorsatz sowie wenige Marginalien im 3. Teil. - Provenienz: Gestochenes Exlibris des bibliophilen Lyoneser Joseph Renard (1822-1882) - Schweizer Privatsammlung.

Sachgebiete: Alte Drucke 16. Jahrhundert , Bibeln, Frankreich, Religion

32000,- EUR
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TEXTILIEN - Anonym.

Anonym. Stoffmusterbuch mit 204 Stoffproben montiert auf lithographierter Bordüre. O. O., um 1850. 23 × 12,7 cm. Als Leporello mit 2 einseitig und 7 beidseitig beklebten Segmenten gebunden. Laschenverschluss auf beiden Deckeln. Ganzleder der Zeit. - Verkaufs- oder Musterbuch mit schottische Tartan-Stoffmuster (möglicherweise der Firma William Wilson & Sons, Bannockburn, Schottland, die massgeblich dafür verantwortlich war, dass die regionalen Webmuster im 19. Jahrhundert systematisiert und bestimmten schottischen Clans zugeordnet wurden. Karierte Muster im Format 3,5 x 6,5 cm. Jeweils 6 auf einer Seite montiert mit handschriftlicher Nummerierung. - Die Art der Präsentation - echte Stoffmuster (Swatches), die in handgezeichneten oder lithografierten, dekorativen Bordüren eingeklebt sind – ist typisch für die Verkaufskataloge dieser Zeit (ca. 1819–1850). Da es damals noch keine standardisierten Clan-Namen für alle Muster gab, wurden sie in den Wilson-Büchern oft einfach durchnummeriert. Einige dieser Nummern wurden später zu den heute bekannten Clan-Tartans (z. B. wurde das Muster Nr. 150 später zum „MacDonald“). Die grüne, blattartige Bordüre im klassizistischen Stil ist ein bekanntes Gestaltungsmerkmal früherer Stoffkataloge, die oft zur Vorlage für die heutige Registrierung im Scottish Register of Tartans dienen. - Einband etwas berieben, leicht beschabt und bestossen, Laschen etwas angerissen; innen in den Rändern der Bordüren zumeist etwas leimschattig

Sachgebiete: Kulturgeschichte, Kunsthandwerk, Musterbücher, Textilien

2400,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Kirchner, Paul Christian.

Kirchner, Paul Christian. Jüdisches Ceremoniel, oder Beschreibung derjenigen Gebräuche, welche die Jüden sowol inn- als ausser dem Tempel, bey allen und jeden Fest-Tagen, im Gebet, bey der Beschneidung, bey Hohzeiten, Auslösung der Erst-Geburt, im Sterben, bei der Begräbnuss und dergleichen, in acht zu nehmen pflegen... erläutert von S. J. Jungendres. Mit gestochenem Frontispiz, gefaltetetem Kupfertitel und 28 gefalteten Kupferstich-Tafeln von und nach J. G. Puschner. Nürnberg, Peter Conrad Monath, 1734. 22,5 x 17,5 cm. [5] Bll., 226 S., [9] Bll. Restaurierter Lederband der Zeit mit Rückenschild. - Vgl. Fürst II, 190 - Lipperheide Oc 20 - Hiler 500. - Wohl fünfte Auflage des berühmten Werkes über die jüdischen Riten und Gebräuche. Erschien zuerst 1717, in der Bearbeitung von Jungendres und erstmals illustriert 1724. Die instruktiven Tafeln zeigen Szenen aus dem Leben der jüdischen Gemeinden, insbesondere zur religiösen Praxis und Festkultur, darunter "Neumonds Gebeth", "Das Kuchenbacken", "Das Versöhnungs-Fest", "Von den Gelübden" etc. - Einband: Fehlstellen im Bezug an den Kapitalen fächmännisch restauriert, Kapitalbändchen erneuert, Vergoldung des Rückenschilds verblasst, etwas berieben und beschabt. Innen durchgehend etwas gebräunt (Frontispiz und Titel stärker), stellenweise in den Rändern schwach stockfleckig.

Sachgebiete: Geschichte, Illustrierte Bücher, Judaica, Religion, Theologie

2400,- EUR
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Paracelsus, Theophrastus Bombastus von Hohenheim.

Paracelsus, Theophrastus Bombastus von Hohenheim. De Natura rerum IX Bücher. Jetzt under auss dem Original corrigiert und mit zweyen büchern gemehret, so vorhin nie getruckt. Druch Lucam Bathodium. Mit gestochenem Portrait als Titelvignette und 1 ganzseitigen Portrait-Holzschnitt. Strassburg, Bernhart Jobin, 1584. 16 x 10 cm. [16], 105 [recte 104] Bll. Moderner Pergamenteinband mit goldgeprägtem Rückenschild. - VD16 P 698 - Sudhoff 199 -Hirsch-Hübotter IV, 499 - Garrison-Morton 57. - Erste deutsche Ausgabe. - Die vorliegende Ausgabe enthält zum ersten Mal die beiden für die Naturphilosophie Paracelsus' wichtigen Bücher VIII De separationibus rerum naturalium und IX De signatura rerum. Die früheren Bücher sind vor allem durch die tiefen Einblicke wichtig, die sie in die chemische und pharmaceutische Praxis des Verfassers gewähren. - Rücken bestossen, kleine Fehlstellen im Bezug, Gelenke angeplatzt und vorderes Gelenk leicht angerissen, Vorderdeckel angelockert; Feuchtschaden in den Rändern (erste Blatt stärker), in den Rändern etwas gebräunt, teils etwas angestaubt und liecht fleckig. - Mit zahlreichen Annotationen auf eingeschossenen weissen Blättern und Randglossen von alter Hand. - Aus dem ehemaligen Besitz der Oettingen-Wallerstein'schen Bibliothek mit 2 Stempeln auf Titelei und 1 Stempel auf fliegendem Vorsatz. Teile der Bibliothek wurden in den 1930er Jahren als zur Aufbringung von Erbschaftssteuer bei Karl& Faber auf diversen Auktionen veräussert (wohl Auktion VI, 3. Mai 1933, Los 354, hier HPgt.-Einband). - Selten im Handel.

Sachgebiete: Medizin, Naturwissenschaften, Pharmazie

5300,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Paracelsus, Theophrastus Bombastus von Hohenheim.

Paracelsus, Theophrastus Bombastus von Hohenheim. Expositio vera harum imaginum olim Nurenbergae repertarium ex fundatissimo verae Magiae Vaticinio deducta. Mit gestochener Titelvignette und 30 (st. 31) Textvignetten in Holzschnitt. Ohne Ort und Drucker [Basel, Pietro Perna], 1570. 14,5 x 10 cm. 47 Bll. Halbleder des 19. Jahrhundert mit 2 goldgeprägten Rückenschildern und Rückenvergoldung (Einband lädiert). - VD16 P 409 - Sudhoff, Paracelsus 115 - Duveen 451 - Caillet 8297 - BM 138 - Brunei, IV, 358. - Erste lateinische Ausgabe. - Eine der wenigen nicht wissenschaftlichen Werke des Paracelsus. "Paracelsus was a Protestant, and his satirical work on the Court of Rome shows his strong opposition to Papacy" (Duveen). Erklärung der Papstfiguren des Minoriten Joachim (13. Jh.). "Hohenheims Kommentar ist keinesfalls der Reformation geneigt, vielmehr macht er gegen die hierarchischen Gelüste beider Parteien Front und erwartet mit dem Verfasser der Bilder (zur Zeit Kaiser Friedrichs II.) eine Regeneration des Papsttums (Sudhoff S. 39). - Blattzählung auf Fol. 46 verdruckt. - Es fehlt das letzte, nicht nummerierte Blatt mit dem ganzseitigen Holzschnitt mit der Darstellung der Fama. - Einband lädiert, Deckel lose, zu restaurieren; Innen leicht angestaubt, gelegentlich minimal stockfleckig, Titelei und einige Blatt mit kaum merklicher, fachmännisch ausgeführten Blattrestaurationen, Fol. 2 mit leichtem Randeinriss (ca. 1 cm; ausserhalb des Textes). - Fliegende Vorsätze mit handschriftlichen Notizen und alten Besitzvermerken.

Sachgebiete: Alchemie, Medizin, Naturwissenschaften, Pharmazie

3400,- EUR
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Sauvan, Jean Baptiste Balthasar.

Sauvan, Jean Baptiste Balthasar. Le Rhône. Description historique et pittoresque de son cours, depuis sa source jusqu'à la mer. 3 Teile in 1 Band. Mit 51 (statt 56) altkolorierten Tafeln (in Aquatinta und Lithographien) nach Lory, Dubois, de Meuron u.a. Paris, J. F. Ostervald London, H. Rittner, Bern und Neuchatel, G. Lory fils, 1829(-37). 32 x 25 cm. [2] Bll., gest. Dedicatio, [1] Bl., 49, S.4-10, S. 13-20, S. 4-32, S. 37-72 S. Halbmaroquin-Handeinband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und Monogramm mit Krone (Louis Philipp; signiert "Simier. R. du Roi."). - Lonchamp 2616 - Brunet V 151 - Abbey, Travel, 94 (nur 35 Tafeln). - Einzige Ausgabe. - Prachtvolles Tafelwerk über die Landschaften und Städte an der Rhone in einem Handeinband von René Simier (1772-1843). Gegliedert in drei Teile: 1. Le Valais, 2. Le Lac de Genève, 3. Cours de Rhône en France. Wahrscheinlich war ursprünglich noch ein vierter Teil geplant, der jedoch nie erschienen ist. Obwohl auf dem Titelblatt steht, dass es sich um Band 1 handelt, ist das Werk vollständig, und ein Vergleich mit dem Exemplar im Abbey-Katalog legt nahe, dass keine weiteren Titelblätter herausgegeben wurden, sondern an deren Stelle die Untertitel traten (in unserem Exemplar auf Titelei "Volume 1" durchgestrichen"). - Die Tafeln mit Landschafts- und Städtedarstellungen (u. a. von Viesch, Brieg, Visp, Sion, St. Maurice, Aigle, Chillon, Chatelard, Vevey, Lausanne, Genf, Lyon, Vienne, Tournon, etc.) sowie Kostümdarstellungen. - Es fehlen die Textseiten S. 11&12 im 2. Teil und die S. 33-36 im 3. Teil sowie 5 Tafeln (u.a. Lausanne (2), Geneve sowie 2 weitere unzuweisbare Tafeln im 3. Teil) . - Einband schwach berieben und bestossen, Hinterdeckel mit leichtem Feuchtschaden; Gelegentlich schwach stockfleckig, Textblätter durchgehend mit Wasserfleck oben in der Ecke (Text leicht affektiert), die Tafeln jedoch unberührt, letzte Blatt minimal sporrfleckig. Aufgrund des Papiers die Tafeln zumeist stärker gebräunt. Die Tafel "Le Boveret" mit winziger Randfehlstelle im Papier (ausserhalb der Darstellung) Vorsatz gestempelt. - Provenienz: Aus dem Besitz von Louis Philipp I. (1773-1850) mit dessen Monogramm auf dem Rücken und Stempel auf Titel "Chateau de Bizy". - Selten.

Sachgebiete: Frankreich, Illustrierte Bücher, Reisen/Reiseliteratur, Schweiz, Topographie

9500,- EUR
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