Rare Books Berlin - Internationale Messe für Bücher und Graphik


Antiquariat Thomas Mertens

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Olfert Dapper – Afrika - Umbständliche und Eigentliche Beschreibung von Africa

Olfert Dapper – Afrika - Umbständliche und Eigentliche Beschreibung von Africa, und denen darzu gehörigen Königreichen und Landschaften als Egypten, Barbarien, Libyen, Biledulgerid, dem Lande der Negros, Guinea, Ethiopien, Abyßina und den Africanischen Insulen. 2 Teile in 1 Band. Amsterdam, Jacob von Meurs. 1670 (Haupttitel) / 1671 (Kupfertitel & Sondertitel der Inseln) Gestochenes Porträt, gestochenes Frontispiz (Kupfertitel), Buchdruck-Titelblatt in Schwarz/Rot, 2 Blatt. 695 Seiten (Druckfehler in der Paginierung: springt von S. 376 direkt auf S. 379; reelle Seitenzahl = 693), 6 Blatt. - 2. Teil: Afrikanische Inseln. 102 Seiten, 2 Blatt. - 13 doppelblattgroße bzw. gefaltete Kupferkarten (u. a. Gesamtkarte Afrika, Ägypten, Barbarie, Guinea, Äthiopien), 30 doppelblattgroße Kupfertafeln (Stadtansichten von Kairo, Algier, Tripolis, Tunis, Malta, Luanda sowie Darstellungen von Palästen, Zeremonien und Schlachten), 56 Textkupfer (im Text mitgedruckte Grafiken zu Flora, Fauna, Trachten, Gebrauchsgegenständen und Ritualen). Originaler Pergamentband der Zeit, mit etwas späteren Rücken und Rückentitel 31 x 20 cm, Einband fleckig. Das Standardwerk der Aufklärung: Bis ins späte 18. Jahrhundert hinein bildete Dappers Werk das Fundament des europäischen Wissens über Afrika. Spätere Geographen nutzten seine Karten und Beschreibungen als Basis. Dappers Beschreibung von Africa ist das Denkmal einer Epoche, in der die Europäer begannen, die Welt nicht mehr nur theologisch zu deuten, sondern systematisch zu vermessen, zu katalogisieren und abzubilden. – Durchgehend etwas gebräunt, wenige Tafeln etwas stärker, wenige Tafeln alt hinterlegt. Gutes Exemplar.


2800,- EUR
inkl. 19% USt./incl. 19% VAT

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Türkei. – Im Renaissance Einband aus der Fugger-Bibliothek - Nicolay, N. de. Der erst (einzige) Theil. Von der Schiffart unnd Raisz in die Türckey unnd gegen Orient.

Türkei. – Im Renaissance Einband aus der Fugger-Bibliothek - Nicolay, N. de. Der erst (einzige) Theil. Von der Schiffart unnd Raisz in die Türckey unnd gegen Orient. Aus der frantzösischen Sprach inn die Teutsch gebracht. Nürnberg, D. Gerlach, 1572. Fol. (32:21,5 cm). Mit gest. Titel in Rotdruck mit breiter gest. Bordüre sowie 60 radierten Tafeln von Conrad Saldörffer. 4 Blatt, 108 Blatt. Flex. Prgt. d. Zt. mit goldgepr. Deckelfileten, Eckfleurons u. Initialen "P E F" (Philipp Eduard Fugger); etwas angestaubt oder fleckig, Vergoldung oxydiert, ohne die Schließbänder. Sehr schönes Exemplar VD 16, ZV 25646; Göllner 1545 (59 Taf.); Lipperheide Lb 6; Colas 2206; Hiler 657; vgl. Atabey 870 ff. u. Blackmer 1196 (kennen beide nur die 2. deutsche Ausgabe von 1576) sowie Mortimer, French 386 (zum 2. Druck der französ. Originalausgabe von 1568). - Erste deutsche Ausgabe, selten. Zugleich die erste Übersetzung der 1567/68 erschienenen Originalausgabe, die ebenfalls mit Radierungen ausgestattet war. Eine von zwei Titelvarianten (die andere mit "Raysz", so bei Göllner, Lipperheide etc.). Die auf Nicolays eigenen Zeichnungen beruhenden Illustrationen liegen hier in den schönen Radierungen von Saldörffer vor, während die Antwerpener Ausgaben von 1576 in französischer, deutscher, italienischer und niederländischer Sprache mit Holzschnitten ausgestattet sind. Mit prachtvollen Trachten von Janitscharen, Kaufleuten, Mekkapilgern, Bauern, Geistlichen, türkischen und griechischen Damen etc. Nicolay begleitete 1551 als königlicher Geograph den französischen Botschafter Gabriel d'Aramamont nach Konstantinopel und hatte dort die Möglichkeit, Land und Leute zu studieren. "Nicolay's illustrations, the first to represent the costume of the Near East in detail, were widely copied in the sixteenth century" (Mortimer). Aus der Bibliothek von Philipp Eduard Fugger v. Kirchberg auf Weißenhorn (1546-1618), Sohn von Georg Fugger, mit seinen Initialen auf dem Vorderdeckel. "Philipp Eduard (war) der würdige Erbe der väterlichen Bibliothek und, was Ausstattung seiner Bücher betrifft, einer der bedeutendsten deutschen Bibliophilen des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts ... Abgesehen von Marcus Fugger (1529-1597) hat kein Angehöriger des bücherfreundlichen Hauses so zahlreiche Bücher so prunkvoll binden und sie auch durch Supralibros und Aufdruck der Initialen als sein Eigentum bezeichnen lassen wie Philipp Eduard. Auf den Prunkbänden finden wir das Wappen ... auf den einfacheren Bänden nur die Initialen 'P E F'" (Geldner, Unbekannte Fuggerbände, in: Archiv für Geschichte des Buchwesens XL, 1964, S. 1538). - Vereinzelt etwas stock- oder braunfleckig, 1 Tafel ("Türckin in Sirischer Tracht") mit kleinem Verklebungsschaden im Bild. With engraved title and 60 engraved plates. First German edition of Nicolay's famous work illustrating the costumes of Turkey, Greece, and the Eastern Mediterranean. - Some foxing or brownstaining here and there, small flaw affecting engraved image to 1 plate. Contemporary limp vellum with the initials of Philipp Eduard Fugger (1546-1618); gilding oxidised; some soiling and staining, without the ties. Beautiful


12000,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Erotik - Bauhaus - Surrealismus. - 12 grossformatige signierte Original-Aquarelle mit dem Titel Kaleidoskop der Liebe in Original-Mappe von Hermann Finsterlin.

Erotik - Bauhaus - Surrealismus. - 12 grossformatige signierte Original-Aquarelle mit dem Titel Kaleidoskop der Liebe in Original-Mappe von Hermann Finsterlin. Hardcover. Zustand: Gut. 12 grossformatige signierte Original-Aquarelle ca. 234 x 300 mm bis 262 x 345 mm montiert auf Karton ca. 320 x 380 mm alle handschriftlich von Finsterlin mit Bleistift bezeichnet. Lose einliegend in von Finsterlin gestalteten Unikat-Mappe ca. 325 x 285 mm mit zwei fehlenden Bindebändern - Hermann Finsterlin geb. 1887-1973 war Anfang der 20er bis in die späten 30er Jahre vor allem für seine visionären Architekturutopien ein gefeierter Künstler. 1918 oder Anfang 1919 regte ihn sein Architekturtraum zu neuartigen Hausentwürfen an. 1919 wurde er von Walter Gropius im Namen des Arbeitsrats für Kunst aufgefordert, an einer Ausstellung junger Architekten teilzunehmen. Er schickte die wenigen vorliegenden Traumhäuser, eine telegrafische Rückfrage nach mehr Arbeiten führte zu einem wahren Schaffensrausch. Seine Architekturvisionen hatten wenig gemein mit konventionellen Bauten zum Nutzen und Gebrauch durch Menschen, sondern ähnelten eher Fabeltieren, Tiefseeschnecken, Muschelbänken, Pilzkolonien oder anderen exotisch anmutenden organischen Formen aus der Natur. Seine Entwürfe waren zwar seinerzeit auf Ausstellungen erfolgreich, wurden bestaunt, aber keiner seiner Entwürfe wurde ausgeführt". (DeWiki) Zahlreiche Ausstellungswünsche von namhaften Galerien erreichten ich, wobei er das zurückgezogene Leben mehr in der Natur bevorzugte. Die hier vorliegenden 12 erotischen Original-Aquarelle erinnern in ihrer Formensprache u.a. an die späteren Werke von Salvator Dali. - Zu Hermann Finsterlin siehe u.a.: Reinhard Döhl. Hermann Finsterlin. Eine Annäherung. Ausstellungskatalog Staatsgalerie Stuttgart. - Die Aquarelle tadellos und farbfrisch, der Trägerkarton mit Altersspuren an den Rändern. Die Mappe etwas berieben und bestossen. Insgesamt aber sehr schön.


8500,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Java - Ethnologie: 29 Original-Photographien um 1860 aus Java (tls. Woodbury & Page), in Prunkkassette Adel Waldenfels

9 schöne Original-Fotografien aus Java (Indonesien), meist von den bedeutenden Fotografen Woodbury & Page (13 Fotos mit entsprechendem Blindstempel "W. & P. Photographieen van Ned. Indie Batavia"), alle nachträglich handschriftlich auf deutsch betitelt. --- Einliegend in einer Ganzleder-Prunkassette (47 x 36 x 5 cm) mit zahlreichen Gold- und Silberapplikationen; im Zentrum das farbige Wappen mit einer Krone der Grafen zu Waldenfels. Der Einband ist auf 1903 datiert. --- Die Fotos zeigen Adel und hohe Würdenträger ("Fürst von Lombok, abgesetzt in 1895 und in der Verbannung zu Batavia gestorben"; "Sultan von Solo"; "Prinz von Djocja in alt javanischer Tracht"; "Regent Bantam"; "Sitzung des Landrathes, Patti"; "Prinzessin vom Hofe in Djocja"; "Junge Prinzessin aus Bantam"), Tanz- und Theaterszenen ("Wajang wong [inländisches Theater]"; "Inländische Tänzerinnen"; "Wajang Kulit [Schattenspiel]"; "Gamelang [Inländisches Orchester], Bandong"), Dorfszenen ("Dorf Manondjaja, Preanger"; "Dorf [Preanger Hochland]; "Dorf bei Buitenzorg"), Einheimische / Typen im Alltag ("Früchteverkäufer"; "Reiskochen"; "Frau beim Reispflanzen"; "Marktgruppe, Buitenzorg"; "Am Brunnen einer Batav. Wohnung"; "Gras- und Paddie Händler"; "Jagd auf wilde Schweine"; "Miethwagen [dos a dos]") und Landschaften bzw. Bauwerke "Brücke über Tjitarum"; "Fluss bei Cheribon"; "Tjiliwung, oberhalb Batavia"; "Überfahrt über den Tjatarum, Tjiandjoer"; "Poststation ?Tjisokkhan? Tjiandjoer"; "Wachtthurm, Samarang"; "Brücke über den Tjitarum, Preanger").


7500,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Roland Bonaparte – Ethnologie – Original Photographie. 2 große Prachtbände Collection (anthropologique) du Prince Roland Bonaparte (Afrique du Nord). 2 Bände. Paris, ca. 1882-1889

Beeindruckend umfangreiche Serie mit 100 Orig.-Fotografien, die Porträts von ethnischen Gruppen in Nordafrika in ihren traditionellen Trachten zeigen. Sammlung von 100 aufgezogenen Albuminabzügen mit Porträtfotos von vorislamischen Volksgruppen Nordafrikas in ihren traditionellen Trachten. Wie viele von Bonarpartes anthropologischen Fotografien wurden diese wahrscheinlich in Pariser Ateliers aufgenommen. Die beiden Alben enthalten Fotos aus vier Serien, darunter überwiegend Männer und Jungen sitzend in Halbfigur, jeweils von vorne und im Profil, sowie stehend vor gemaltem Hintergrund, außerdem 13 Fotos von sitzenden Frauen und Mädchen sowie ein Gruppenbild (Mutter mit zwei Töchtern) und drei mit Männern zu Pferde. Zwei der Reiter befinden sich in einer großen Halle aus Eisenkonstruktion mit verglastem Dach, die vermutlich eine der Hallen der Pariser Weltausstellung 1889 zeigt. - Der Botaniker, Anthropologe und Schriftsteller Roland-Napoléon Bonaparte (1858-1924), Großneffe von Napoléon Bonaparte, veröffentlichte mehrere Fotoserien mit anthropologischen Porträts verschiedener ethnischer Gruppen. Wie in jener Zeit üblich, nutzte Bonaparte, der bei Paul Broca ausgebildet worden war, die Fotografie als wissenschaftliches Instrument zur Datenerhebung. Er konzentrierte sich auf die Dokumentation physischer Merkmale, um Beziehungen zwischen den menschlichen Rassen herzustellen. EINBAND: Schwarze Halblederbände der Zeit. 41 : 34 cm. - ILLUSTRATION: Folge von 100 Albuminabzügen (21 : 15,5 cm) auf festem Karton montiert, jeweils mit dem aufgedruckten Schriftzug Collection du Prince Roland Bonaparte am unteren Rand. - ZUSTAND: Die Abzüge leicht verblasst, nur drei Fotografien etwas fleckig. Schöne Exemplare A remarkable extensive series of 100 photographs portraying ethnic groups in Algeria in their traditional costumes. Albumen prints mounted on stiff cardboard, each with printed line ?Collection du Prince Roland Bonaparte? at bottom. Contemp. black half calf. - Some slight fading to prints as usual, only three photographs somewhat spotted. 1 cardboard with crease mark outside the photograph. Bindings scraped and bumped.(R).


3500,- EUR
inkl. 19% USt./incl. 19% VAT

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Künstler-Bilderbuch - Lovis Corinth Reineke Fuchs 1921 - [Johann Wolfgang von] Goethe.

Künstler-Bilderbuch - Lovis Corinth Reineke Fuchs 1921 - [Johann Wolfgang von] Goethe. Reineke Fuchs illustriert von Lovis Corinth. Berlin, Fritz Gurlitt 1921. 30 Farblithographien, eine auf dem Vorderdeckel. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Neue Bilderbücher, Reihe III. - Eins von 150 nummerierten Exemplaren auf Bütten, bei denen die Titellithographie vom Künstler signiert wurde (Gesamtauflage 220). - Durchgehend vierfarbig lithographiert: »Lovis Corinth (1858-1925) hat einzelne Passagen aus Goethes Gedicht mit 14 ganzseitigen Bildern illustriert. [.] Corinth schrieb die ausgewählten Verse in Rot, mit jeweils blauen Anfangsbuchstaben, auf einen kolorierten Hintergrund. Die Ränder der Textseiten sind von den Fabeltieren und -gestalten bevölkert, die der Künstler wirklichkeitsgetreu in Anlehnung an die Natur dargestellt hat, während die Tierdarstellungen auf den gegenüberliegenden ganzseitigen Abbildungen manchmal anthropomorphe Züge aufweisen. - Text- und Bildseite wurden farblich abgestimmt. Blau, Gelb und Rot-Orange beherrschen in gedämpften Tönen das Werk. [.] Dichtung und Darstellungen wurden gemeinsam lithographisch reproduziert.« (Béatrice Hernad, in: Papiergesänge). - Auch die Lithographien auf Vorderdeckel, Titel und Impressum mit bildlich ausgeschmücktem von Corinth geschriebenem Text. - Als Blockbuch gedruckt und gebunden. - Lose beiliegend: Zwei Probedrucke der Schriftseiten 4 und 12. - Schönes Exemplar. 39,0 : 29,0 cm. [34] Seiten. - Deckel teils leicht gebräunt, Schwarz L 452 I-XXX. - Rodenberg 394, 8. - Lang 37. - Papiergesänge 38


2800,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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17 große Panorama-Fotos Neuseeland New Zealand um 1910, Ebenezer Teichelmann, Panorama Berge

Fotos Berge Neuseeland um 1910 -- 17 großformatige Fotos des bedeutenden neuseeländischen Bergsteigers und Fotografen Ebenezer Teichelmann (1859-1938), etwa die Hälfte der Bilder mit Bleistift betitelt (wohl von Teichelmann selbst). Motive sind häufig Mount Sefton und Mount Cook (Hooker Valley); daneben auch Schafe auf South Island. Es gibt auch einige Wald-Szenen. Heraus sticht eine Innenaufnahme einer großen Halle. Drei Fotos mit Angabe des Fotografen (wohl eigenhändige Signatur). Von größter Seltenheit! Neuseeland um 1910. 17 Fotos (Format ca. 22 x 37,5 cm), Silbergelantine-Abzüge der Zeit (Vintage), montiert auf Trägerpappe (ca. 42 x 56,5 cm, teils etwas kleiner). --- Dabei: McKerrow, Bob. Ebenezer Teichelmann. Pioneer New Zealand mountaineer, explorer, surgeon, photographer and conservationist. Cutting across Continents. Mit zahlreichen Abbildungen. New Delhi, tara-india research press, 2005. 270 S. 22 x 16 cm. Original-Leinwand mit Original-Umschlag. Zustand: Guter Zustand; Pappe etwas fleckig. Ebenezer Teichelmann (geboren am 23. März 1859 in Salem, South Australia; gestorben am 20. Dezember 1938 in Hokitika, Neuseeland) war ein hauptsächlich in Neuseeland tätiger Arzt, Bergsteiger und Fotograf. Leben: Kindheit & Familie: Ebenezer Teichelmann wurde 1859 in Salem in Australien geboren. Er ist das Kind des Missionars Christian Gottlieb Teichelmann und dessen Frau Margaret Teichelmann, geborene Nicholson, die gemeinsam 15 Kinder hatten, von denen zwölf erwachsen wurden. Diese wurden im eigenen Haus unterrichtet und aufgrund der finanziellen Lage erhielt lediglich Ebenezer eine weiterführende Ausbildung. Teichelmann zog später nach Birmingham in England, wo er 1891 die etwa vier Jahre jüngere Mary Bettney heiratete. Das junge Paar siedelte anschließend erst nach Australien und 1897 nach Hokitika in Neuseeland über. Am 20. Mai 1909 verstarb Mary im Alter von nur 46 Jahren. Das Paar hatte keine Kinder. 1938 starb Teichelmann, beerdigt wurde er am Hokitika Cemetery. --- Ausbildung & Karriere: Teichelmann besuchte zunächst das Hahndorf College und anschließend die University of Adelaide. Danach zog er nach Birmingham und besuchte das dortige Queen s College. Er arbeitete am St Bartholomew s Hospital in London, dem Birmingham General Hospital und dem Jaffray Hospital in Birmingham. Anschließend wirkte er zwei Jahre in Port Adelaide als Health officer, bevor er 1897 als Leiter der Chirurgie an das Westland County Hospital in Hokitika wechselte. Dies leitete er, unterbrochen von drei Jahren Kriegsdienst im New Zealand Medical Corps 1914 bis 1917. Dabei überlebte er 1915 die Versenkung der Marquette. --- Bergsteigen & Fotografie: Um 1900 im verhältnismäßig hohen Alter von über 40 Jahren fing Teichelmann an, sich zunehmend für das Bergsteigen zu interessieren. Auf vielen seiner Touren kletterte er mit anderen berühmten Bergsteigern, wie den Gebrüdern Graham (Alexander und Peter), Henry Edward Newton sowie R. S. Low. 1905 war er Teil der Expedition, die als erste nach der Erstbesteigung 1894 sowie der Solobesteigung 1895 durch Matthias Zurbriggen den mit 3724 m höchsten Berg Neuseelands, den Aoraki/Mount Cook, erfolgreich bestieg. Bereits ein Jahr darauf gelang ihm mit Alec, Newton und Low die Erstbesteigung des 3078 m hohen Mount La Perouse. 1907 überquerte er mit Alec und Newton die Neuseeländischen Alpen am Pioneer Pass. Die Ausrüstung wurde damals noch per Schiff gebracht. Der Aufstieg erfolgte von Nordwesten über den Fox-Gletscher, der Abstieg nach Südosten über das Grand Plateau. In diesem Zuge gelang die Erstbesteigung mehrerer Dreitausender: Glacier Peak (3002 m), Douglas Peak (3077 m) und Torres Peak (3160 m). Vor allem der Zweitgenannte galt damals als äußerst anspruchsvoll. Insbesondere auf den Klettertouren führte Teichelmann oft Kameraequipment mit sich, welches durchaus ein Gewicht von über 20 kg aufwies. W. A. Kennedy meinte seinerzeit: The outstanding beauty and excellence of these photographs attracted my attention.


2800,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Bauhaus Expressionismus Avantgarde --- Manuskript, 9 Aquarelle Königsberg um 1925, Begleittext, Unikat

Handschrift Unikat, Expressionismus --- Neun originale Aquarelle, hinter Passepartout gebunden (Halbpergament, Büttenpapier), von einem anonymen (eventuell aber prominenten) Künstler im Stil von Paul Klee und Wassily Kandinsky (google lens schlägt nur diese Künstler vor) oder ein Schüler der beiden. Laut dem Buchbinder-Stempel (L. Haack - E. Rodemeier - Königsberg) entstanden in Königsberg (Ostpreußen). Motive sind Widder (mehrere Male, die Empfängerin des Werks war wohl vom Sternzeichen her Widder), Personen, Herz, Symbole etc. --- Auf losen Blättern einliegend ein handschriftlicher Begleittext zu allen neun Bildern (offenbar Szenen gemeinsamer Erinnerungen); z.B.: "I. Mit den wilden Segeln im sonderbaren Boot Du! Den Stab der Geheimnisse in der Hand. In den Segeln Dein seltsames Zimmer bewacht alles von den Widderhörnern. Darüber das Herz." --- "III. Wie herrlich der Esel die Du erzähltest!" --- "V. Ich versuche meinen Widder zu bändigen!" --- "VII. Hilde im Zweifel zwischen Stadt und Ammerland." Königsberg um 1925 Halbpergament-Band (26,5 x 22,8 x 1,7 cm), Handeinband. Die neun originalen, farbigen Aquarelle (Mischtechnik) hinter Passepartout (Karton); Bildausschnitt meist 11,3 x 6,5 cm, beim ersten Motiv 13,3 x 13,3 cm. Der handschriftliche Begleittext auf vier einseitig beschriebenen, lose einliegenden Blättern (27,7 x 22 cm), mit Wasserzeichen "M. K. Papier" (Max Krause). --- Zustand: Sehr guter Zustand, nur stellenweise gering fleckig, der Begleittext mit leichten Randschäden. Sehr dekoratives und eindrucksvolles, avantgardistisches Werk (Unikat).


1800,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Pracht-Fotoalbum Berlin-Brandenburg - um 1870-1903, 110 Fotos, Ansichten aus Brandenburg (u.a. Buckow, Zellin, Berlin, Eberswalde, Frankfurt/O., Cottbus), Straßenszenen, fast alle bezeichnet

Prachtvolles Ganzleder-Fotoalbum, angelegt am 19. Oktober 1903 zum 70. Geburtstag des Landgerichtsrats Johannes Nathanael Gotthelf Grandke (1833-1909), mit Ansichten aus den Orten, in denen er gelebt hat (entstanden ab ca. 1870). --- Mit sehr interessanten Motiven, oft von Straßenszenen. --- Einliegend ein Foto von J.N.G. Grandke als Offizier im Leib-Grenadier-Regiment ?König Friedrich Wilhelm III.? (1. Brandenburgisches) Nr. 8 (datiert 1859) und ein Foto seiner Mutter Ida Grandke, geb. Krause (um 1865). --- Anfangs sechs Fotos von bedeutenden preußischen Staatsmännern, u.a. Kaiser Wilhelm II. Dann folgen die 102 Ansichten, darunter 10 Fotos aus seinem Geburtsort Buckow (u.a. Hauptstraße); 9 Fotos aus Zellin, wo sein Vater Carl Gotthelf Grandke Pfarrer war (u.a. dessen Grab, der Pfarrhof etc.); 14 Fotos aus Berlin (u.a. Joachimsthal?sches Gymnasium, Altes Rathaus, Spittelmarkt, Alte Herkulesbrücke, Kammergericht); 7 Fotos aus Eberswalde (u.a. Marktplatz, Alte Forstakademie); 16 Fotos aus Frankfurt / Oder (u.a. Große Oderstraße mit altem Appellationsgericht, Häuser am Wilhelmsplatz); 17 Fotos aus Spremberg bzw. Parduz bei Spremberg; 12 Fotos aus Cottbus (u.a. Bange?s Ecke, Häuser Leopoldstr. 5 und Louisenstr. 6) und 5 Fotos aus Salzungen (u.a. Charlottenhall). Daneben auch einzelne Fotos kleinerer Orte. --- Insgesamt 110 Fotos (zwei lose einliegend); bis auf die Porträts und vier weitere Fotos sind alle Motive bezeichnet. Prachtvolles Ganzleder-Fotoalbum (41 x 31,5 cm x 6,5 cm) mit geprägtem preußischen Adler und Einbandtitel "19. X. 1833. 19. X. 1903. 70 Jahre ein Märker." --- Mit 108 montierten Fotos auf 55 Albumseiten und zwei lose einliegende Fotos. --- Zustand: Guter Zustand, Fotos nur selten etwas fleckig, der Einband ist berieben. Der Landgerichtsrat Johannes Nathanael Gotthelf Grandke wurde am 19. Oktober 1833 in Buckow (Mark) als Sohn des Predigers Carl Gotthelf Grandke (gest. in Zellin) und der Ida, geb. Krause (gest. in Berlin) geboren und starb am 12. August 1909 in Berlin. Sein Grabstein befindet sich noch heute auf dem Friedrichswerderschen Friedhof in Berlin.


2400,- EUR
inkl. 19% USt./incl. 19% VAT

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Geheimfach mit Pistole - Histoire Universelle, Sacrée et profane, depuis le commencement du monde jusqu'a nos jours' von Augustin Calmet, erschienen 1735-1771 in 17 Bänden vollständig, dabei Histoire Universelle' von 1753,

Zustand: Gut bis sehr gut. Geheimfach mit Pistole - Histoire Universelle, Sacrée et profane, depuis le commencement du monde jusqu'a nos jours' von Augustin Calmet, erschienen 1735-1771 in 17 Bänden vollständig, dabei Histoire Universelle' von 1753, mit Geheimfach und Steinschloßpistole aus der Zeit. Zusammen in 18 Bänden, wobei der Titel mit dem Geheimfach kaum merklich im Rücken unterschiedlich gebunden ist. Das Geheimfach wurde durch Einschnitt angelegt zwischen den Seiten 57 und 312 des Werks ‚Histoire Universelle, depuis le commencement du monde jus qu'a present', Tome Quatorzieme (Band 14), Amsterdam und Leipzig, Arkstée et Merkus 1753. --- Beiliegend die ganze Reihe (17 Bände) des ähnlichen Werks mit sehr ähnlicher Aufmachung (jeweils mit Rückentitel ‚Histoire Universelle, Tome . . .'): ‚Histoire Universelle, Sacrée et profane, depuis le commencement du monde jusqu'a nos jours' von Augustin Calmet, erschienen 1735-1771, zuerst in Strasbourg bei Jean Renauld Doulsseck, ab Band 12 dann in Nancy bei Claude-Sigisbert Lamort. --- Alle 18 Bände mit Ganzleder-Einband, dreiseitigem Rotschnitt, geprägtem Rücken und gleichem Rückentitel (bis auf die Angabe der Bandnummer). Strasbourg, Nancy, Amsterdam und Leipzig 1735-1771 Das Tarnbuch im Format 26 x 21 x 5 cm; das Geheimfach misst 18 x 11 x 1,5 cm. Die Pistole im Format 16,5 x 8 cm (Länge des Metalllaufs 10 cm). Die Bände der beiliegenden Reihe (mit über 10.000 Seiten) im Format von ca. 25,5 x 20 x 5,5 cm. Im Bücherregal nebeneinandergestellt ergibt sich eine Länge von etwas über einem Meter. Das Tarnbuch mit Kupferstich-Landkarte ‚Carte de la retraite des dix mille'. --- Zustand: gut.


2400,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Tsingtau - Großes Fotoalbum (China) um 1910, deutsche Matrosen-Artillerie, Marine, 118 Fotos

Fotos Tsingtau (Deutsche Kolonie Kiautschou), Lackalbum --- Vollständiges, beeindruckendes Fotoalbum eines deutschen Soldaten in einer Matrosenartillerie-Kompanie in Tsingtau; mit Datierungen von 1909 bis 1911. Der Albumhalter (Wilhelm Schütterle in Kehl) ist später als Mitglied der "Vereinigung ehemaliger Tsingtauer" nachweisbar. Fest auf die 25 Papp-Albumblätter montiert sind insgesamt 118 Fotos (ohne Fehlstellen, es wurden also keine Bilder entfernt), davon 24 großformatige (ca. 17,3 x 22,5 cm) und 94 kleinerformatige (ca. 10,5 x 15 cm). Auf vier Fotos sind handgeschriebene Schilder zu erkennen: "Ein Mittagsstündchen in den Tropen 1908-11 noch 220 Tage"; "Erste Ostern im Fernen Osten 1909"; "Alte Knochen beim letzten Ostern in Tsingtau 08-11" und "Letzte Ostern in Tsingtau 1910." --- Motive sind sehr häufig die deutschen Soldaten in ihrer weißen Matrosen-Uniform (Mützen mit Aufschrift "Matrosenartillerie"), aber auch die einheimische Bevölkerung (Zivil und Soldaten). Mehrere Aufnahmen stammen aus dem Gebirge, einige wurden auf einem Schiff gemacht. Es gibt auch Außenaufnahmen von Schiffen, einige Fotos von Häusern (ein Haus mit Firmen-Aufschrift der Tsingtauer Schlosserei Schierwagen & Scheithauer), einem gestrandeten Kleinwal, Schießübungen etc. --- Sehr beeindruckende Motive; scharfe Fotos. Tsingtau um 1910 Originales Lackalbum (27 x 35,5 x 5,5 cm) mit Deckelillustration (Drache) und Lederrücken. Umfang: 25 Papp-Albumblätter mit ins. 118 montierten Fotos. Mit Besitzerstempel des Soldaten Wilhelm Schütterle aus Kehl. --- Zustand: Fotos in gutem bis sehr gutem Zustand. Die Albumblätter teils fleckig, die Deckel mit oberflächlichen Rissen, der Rücken ist berieben.


1800,- EUR
inkl. 19% USt./incl. 19% VAT

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Jugendstil / Künsterkolonie Darmstadt: Große Getränke-Karte der 1. Ausstellung 1901, Buchschmuck Paul Bürck

Originale lithographierte Getränkekarte (v.a. Wein) der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt, mit reichem Erotica-Buchschmuck von Paul Bürck (1878-1947); im Druck monographiert. --- "Ein Dokument deutscher Kunst. Die Ausstellung der Künstlerkolonie in Darmstadt. Karte der Getränke. Mit Buchschmuck von Paul Bürck." --- Das Restaurant wurde vom Hessischen Hofrestaurateur Theodor Feilbach betrieben. --- Mit Faden gebunden. --- Sehr selten! Darmstadt, C. F. Winter'sche Buchdruckerei 1901 Grüner Original-Pappeinband (49 x 24,5 cm) mit goldfarbenem und schwarzem Prägedruck. --- Umfang: 14 einseitig lithographierte Blätter. --- Zustand: Etwas fleckig; der Einband und das das erste Blatt mit Eckknick. Die Darmstädter Künstlerkolonie war einerseits eine größtenteils mäzenatisch finanzierte Gruppe von Künstlern, die zwischen 1899 und 1915 gemeinsam tätig waren. Gründung: Auf Anregung des Kunstverlegers Alexander Koch berief 1899 Großherzog Ernst Ludwig als Mäzen die sieben Jugendstilkünstler Peter Behrens, Paul Bürck, Rudolf Bosselt, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Patriz Huber und Joseph Maria Olbrich an die neugegründete Künstlerkolonie. Unter dem Leitspruch ?Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst? erwartete er aus einer Verbindung von Kunst und Handwerk eine wirtschaftliche Belebung für sein Land, das Großherzogtum Hessen. Das Ziel der Künstler sollte die Erarbeitung neuzeitlicher und zukunftsweisender Bau- und Wohnformen sein. Erste Ausstellung 1901: Die erste Ausstellung der Künstlerkolonie fand unter dem Titel Ein Dokument deutscher Kunst von Mai bis Oktober 1901 statt. Als Ausstellungsobjekte sollten die Kolonie mit den individuellen Künstlerhäusern, das Atelierhaus sowie verschiedene provisorische Bauten dienen. Zu den temporären Bauten gehörten das ?Haus der Flächenkunst?, das ?Spielhaus? für die Darmstädter Spiele und das Hauptportal. Diese in zwei Monaten errichteten Holzbauten wurden nach fünf Monaten Ausstellungsdauer wieder abgebaut. Die Schau wurde am 15. Mai mit einem Festspiel nach einer Idee von Peter Behrens eröffnet und erregte weit über die Grenzen Darmstadts hinaus Aufsehen, endete aber trotzdem im Oktober mit einem größeren finanziellen Defizit. Paul Bürck, Hans Christiansen und Patriz Huber verließen anschließend die Kolonie, wie in den folgenden Jahren auch Peter Behrens und Rudolf Bosselt. --- Paul Wilhelm Bürck (geboren 3. September 1878 in Straßburg, Deutsches Reich; gestorben 18. April 1947 in München) war ein deutscher Maler, Graphiker sowie Textildesigner und wirkte unter anderem als Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe. (Quelle: wikipedia.)


1500,- EUR
inkl. 7% USt./incl. 7% VAT

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Barockes Reisetagebuch - Grand Tour - Bildungsreise des Kaufmanns Johann Heinrich Baur 1730-1819 aus Altona, die dieser mit dem Bremer Kaufmann Daniel Meinertzhagen 1733-1807 unternahm. Datiert 11. März 1756 bis 6. Dezember 1757

288 beschriebene Seiten; in einem schönen Maroquin-Leder-Einband (19,7 x 16 x 2,3 cm) mit Goldprägung und Goldschnitt; mit ungewöhnlich schönem floralen Vorsatzpapier. Das vorliegende Tagebuch von Johann Heinrich Baur wurde kurz nach der Reise ins Reine geschrieben; am Ende teils auch von anderer Hand. Es ist aber während der Reise formuliert worden, denn es sind immer genau die Tage und sehr oft die Uhrzeiten angegeben; außerdem werden viele kleine Details genannt (was genau es im Wirtshaus zu essen gab und wie teuer es war etc.). - Das Tagebuch seines Reisegefährten Daniel Meinertzhagen von derselben Reise wurde (unvollständig und in fehlerhafter Übersetzung) auf englisch veröffentlicht in: Georgina Meinertzhagen: A Bremen Family, London 1912 (Ein neuzeitlicher Reprint erschien: Memphis/Tennessee, General Books 2010), S. 23-123. Dieses Werk ist online frei verfübar. -- Das Umfangreiche Reisetagebuch schildert die Reise durch die Niederlanden, England, Frankreich, Schweiz, Spanien und Deutschland zurück nach Altona. Sie treffen auf Professoren, Politiker, reiche Kaufleute, besehen Kuriositätenkabinette, Schlösser, Fabriken etc. Interessant ist eine ganzseitige Schilderung der Herrnhuter-Gemeinde Seyst = Zeist in der Niederlanden, die seit 1746 im dortigen Schloss ansässig war und noch heute besteht. Am 18. Mai 1756 erlebt er in London persönlich die Verlesung der englischen Kriegserklärung an Frankreich mit (Siebenjähriger Krieg); diese wird auf über drei Seiten in englischer Sprache wörtlich wiedergegeben. -- Beim Vergleich der beiden Tagebücher sieht man, dass beide die Reisebeschreibung meist gemeinsam formuliert haben und dann jeweils in ihr Tagebuch geschrieben haben. Nur am Anfang und am Ende weichen sie ab, oder wenn einer der beiden einmal einen Ausflug alleine macht. -- Der vorliegende Text ist wegen seiner Vollständigkeit im Vergleich zur dazu noch oft fehlerhaften englischen Edition eine kuturgeschichtliche Fundgrube. - Johann Heinrich Baur nennt seinen Namen im Tagebuch nicht; die Zuordnung erfolgte dadurch, dass Meinertzhagen seinen Reisegefährten im Tagebuch "meinen Freund Baur" nennt und dass Johann Heinrich Baur lt. Wikipedia tatsächlich eine solche Reise unternommen hat. - Hier ein Vergleich der beiden Tagebücher: 1.) Tag der Abreise von Bremen am 18. März 1756, wo Baur auf Meinertzhagen getroffen ist: Tagebuch von Baur: "D. 18. reisete in Gesellschaft des H. Meinertzhagen und Riecke von Bremen, und trafen um 2 Uhr des Nachmittags in Wildeshausen an, von da prosequirten unsere Reise nach Cloppenburg, als woselbst wir des Abends um 9 Uhr arrivirten. Der trübe Mondenschein, die Westphalische Dummheit der geringen Sorte, u. unsere Eile zu Fortsetzung unserer Reise erlaubten nicht, uns lange daselbst aufzuhalten, indehm der Orth nur sehr triste, u. das Logis gar zu elend war."-Tagebuch von Meinertzhagen: "I started on my travels with my friend Bauer (!). We arrived at Wildeshausen, an ancient town best known for the charitable institutions of Bishop Willorico. We continued our journey to Cloppenburg, where we arrived in the evening, but found only bad accommodation." - Ein Wirtshausbesuch am 26. März in Amsterdam: -Tagebuch von Baur: "D. 26. Märtz Speiseten bey H. Joh. & Reinh. Scherenberg. Zu Mittage, nach Tische führten uns dieselbe nach gemachter promenade in dem Wirthshause der Blauwe Jan genandt, als woselbst verschiedene Wilde Thiere u. frembde Gevögel von allerlei Gattung zur Curiosité der reisende aufbewahret werden. Man findet daselbst Löwen, Tieger, Affen, Baviane, Meerkatzen etc. West und Oostindische Gevögel und dergleichen."-Tagebuch von Meinertzhagen: "March 26th. We dined with Johannes Scherenberg, who afterwards drove us to a promenade where there is a hotel calle 'De Blanc Jean', where many wild beasts and foreign birds are kept. We saw lions, tigers, monkeys, seals, and birds from the East and West Indies." Auf der Fahrt von Amsterdam nach Utrecht fallen die vielen Gärten auf.


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