Rundprospekt der Umgebung von Nürnberg, Holzschnitt (von 4 Stöcken) v. Stefan Gansöder n. Paulus Reinhart, vor 1581, 88 x 88 cm.
Doosry, Also muss es von oben herab verstanden werden, in Von oben gesehen Die Vogelperspektive, S. 119. Timann, Der Rundprospekt der Nürnberger Landwehr von 1577, in Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1987, S. 195-204. Fauser 10032 ("sehr sorgfältig in Holz geschnitten"). Drugulin, Vorstudien, 88 (falsch zugeschrieben). Schnelbögl, Zur Geschichte der älteren Nürnberger Kartographie. III. Nürnberger Meister des 16. Jahrhunderts in Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Band 51, 1962, SS. 222-225 ("Der gesamte Rundplan, welcher in der Ferne mit Hohenstein und Rothenberg, mit Kornburg, Schwabach, Roßtal und Zirndorf endet, weist in den Ecken windblasende Puttenköpfe auf"). Diese spektakuläre, aus vier Blättern bestehende kreisförmige Karte wurde zwischen 1577 und 1581 von dem Maler Paulus Reinhart und dem Formschneider Stefan Gansöder geschaffen. Sie stellt die Landwehr dar - den äußeren Verteidigungsring und das landwirtschaftlich genutzte Umland der Freien Reichsstadt Nürnberg. Zusammengesetzt misst die Karte fast einen Meter im Durchmesser und sie gilt als Meisterwerk der städtischen Topografie des 16. Jahrhunderts und als eine der herausragendsten kartografischen Leistungen der Renaissance, da sie die Umgebung der Stadt in einem durchgehenden, künstlichen 360-Grad-Panorama präsentiert. "Anfang April 1577 veranlasste der Rat der Reichsstadt Nürnberg die Inspektion und die anschließende Kartographierung der maroden Nürnberger Landwehr. ... Das Ergebnis der Maßnahme setzte wiederum im Auftrag des Rats Paulus Reinhart in eine Zeichnung um. Sie wurde im August 1577 gerahmt und hinter einem Vorhang in der Kriegsstube des Rathauses aufgehängt. Noch im selben Jahr nahm der Rat den Vorschlag des Formschneiders Steffan Gansöders an, die 'mappa der nürnbergischen Landwehr' in Holz zu schneiden und das Werk der Stadt zu überlassen. Er lieferte Ende 1581 vier meisterhaft ausgeführte Druckplatten ab, auf die wohl Paulus Reinhart selbst seine Zeichnung für den Formschneider gerissen hatte. Der Rat ließ lediglich 17 Holzschnitte des Rundprospekts drucken." und weiter "Der Rundprospekt der Umgebung der Stadt Nürnberg repräsentiert den Typus der Beweiskarte, die im 16. Jahrhundert bei strittigen Rechtspositionen als Dokument diente. Der Plan beglaubigte den Anspruch der Reichsstadt auf das Nürnberger Landgebiet und damit ihr Recht auf Steuererhebungen." (Doosry). Vier Blatt bereits zusammen gesetzt, kleinere Läsuren restauriert, zeitgenössischer Abzug.
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Sachgebiete: Altmeistergraphik, Deutschland, Graphik, Landkarten, Renaissance
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