Gesamtansicht, "Contrafactur der Reichsstat Rotenburg uff der Tauber gegen Aufgang der Sonnen", Holzschnitt (v. 3 Stöcken), um 1580, 31 x 118 cm.
Fauser 12059. Leydig, Horae zoologicae, S. 12: "Man besieht mit Interesse zwei Prospekte aus dem 16. Jahrhundert, wovon der eine, Kupferstich, ... Der andere ist ein rauher, aus drei Blättern bestehender Holzschnitt: 'Contrafactur von Rotenburg uff der Tauber'." Bisher nur ein Exemplar bekannt. Das bei Fauser erwähnte Blatt aus dem Germanischen Nationalmuseum hat auch einen erstellten 9-spaltigen Text mit Impressum: "durch Hieronymum Körnlein 1625... der H. dürfte etwa um 1580 anzusetzen sein". Allerdings macht er keine näheren Angaben, wie er auf diese Datierung kommt. Wenn man sich den Bauzustand der Stadt ansieht, fällt der Renaissance-Neubau des Rathauses ins Auge, dieser wurde 1578 fertig gestellt. Im Gegenzug fehlen einige markante Bauwerke, die später errichtet wurden, so beispielsweise die 1593 fertiggestellte Lateinschule oder das sog. Hegereiterhaus (1591 vollendet). Es ist somit die zweite Darstellung der Stadt in der Druckgrafik (nach der 1572 erschienenen Ansicht aus Braun-Hogenbergs "Civitates Orbis Terrarum"). Der Betrachter steht westlich der Tauber auf erhöhter Position und blickt nördlich und östlich. Das Stadtpanorama beginnt am linken Rand mit St. Wolfgang und dem Klingentorturm, daneben das ehemalige Dominikanerinnenkloster. Mittig die Stadtkirche St. Jakob, die "Liberey" (ehemalige Michaels-Kirche, 1814 abgebrochen), das Rathaus sowie das Tanzhaus. Rechts das Kobolzeller Tor, die Roßmühle und das Spital Zum Heiligen Geist mit der Kirche und der Spitalbastei. Ein 1615 erschienener Kupferstich von Hans Meichsner kopiert diese Ansicht bis ins Detail, wenn auch stark verengt. Selbst Merians erstmals 1649 erschienene Ansicht der Stadt folgt diesem Blick und ähnelt dieser Ansicht in großen Teilen. Mit Titelschriftleiste, oben mittig 3 Wappen flankiert von je 1 Engel und je Kartusche in den Ecken, die linke mit Legende A-C, die rechte unausgefüllt. Das rechte Blatt mit Wasserzeichen: Wappen mit Bischofshut darüber. Vereinzelt Wurmstiche. Linkes Blatt mittig Wasserfleck, dünne Papierstellen und kleiner hinterlegter Randeinriss oben. In Summe ganz vorzügliches Exemplar auf 3 Blättern mit guten Rändern. Abgesehen von dem oben erwähnten Exemplar des Germanischen Nationalmuseums konnten wir kein weiteres Exemplar nachweisen. Eine absolute Rarität.
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Sachgebiete: Deutschland, Graphik, Holzschnitt, Renaissance , Topographie
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