Eigenhändiger, persönlicher Brief mit Unterschrift "Fch" an seinen Geheimen Kämmerer und Vertrauten Michael Gabriel Fredersdorf vom 24. September 1745. 17 Zeilen auf einer Seite, Blattgröße 22,8 x 19 cm.
Friedrich II. schreibt - in seiner bekannt souveränen Behandlung der deutschen Orthographie - im zweiten Jahr des 2. Schlesischen Krieges aus dem Lager bei Staudenz in der Nähe von Königgrätz, zwischen den großen Schlachten von Hohenfriedberg am 4. Juni 1745 und Soor am 30. September 1745: "bleibe du nuhr in berlin und lasse dier curirn, hier Schlagen wier uns alle Tage wie die Teüwel herum, der Schirm von Hanichek mus nach Pohtzdam auch ein Tisch, 2 Statuen und 4 portreter von Wato so Rothenburg aus Paris hat kommen lassen, sollche sollen nuhr in meiner neuer (?) Cameren verwahret werden, bis ich werde dahin komen können. ich habe vielle Sorgen und chagrin (Ärger) ich werde froh seindt Knobelstorf zu sehen, ich weis nicht ob Porporino nichts mitgebracht hat von was ihm ist bestellet worden? Laße dihr man guht Seindt ich glaube nicht das ich werde vohr Ende November in berlin Seindt. gottbewahredihr. FCH denke doch was gersdorf gethan hat, ein so schön gesicht mit so vihler Infamitét reimet sich nicht." Mit "Wato" ist der von Friedrich II. hochgeschätzte französische Rokokomaler Antoine Watteau gemeint, von dem er zahlreiche Gemälde besaß. Als Verwalter der königlichen Schatulle oblagen Fredersdorff die privaten Geschäfte des Königs, dazu gehörte auch der Ankauf von Bildern. Der im Brief erwähnte Rothenburg ist Graf Friedrich von Rothenburg, der, ursprünglich französischer Offizier, aus Begeisterung für Friedrich in preussische Dienste trat, zwischen Frankreich und Preussen vermittelte und zu den vertrautesten Freunden Friedrichs zählte. "Knobelstorf" ist der Architekt Georg Wenzel Freiherr von Knobelsdorff, der unter anderem Schloss Sanssouci erbaute und im September 1745 möglicherweise Friedrich im Feld besuchte um den Fortgang der Bauarbeiten zu besprechen, nachdem die Grundsteinlegung im Frühjahr 1745 erfolgt war. Der deutsch-italienische Kastrat Porporino, eigentlich Antonio Uberti, sang seit 1740 am Hof Friedrichs II. und besuchte 1740 Italien. Der hier vorliegende Brief ist - als erster Brief - in Teilen abgedruckt in Johannes Richter (Hrsg.): Die Briefe Friedrichs des Grossen an seinen vormaligen Kammerdiener Fredersdorf, 1926, Seite 51 f. Zustand: kleiner Einriß im weißen Rand, kleines Loch im Tintenfleck unter dem Text, Montagespuren am linken Rand und ein Stempel 'Das Recht zur Veröffentlichung ist vergeben' am unteren Rand.
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Sachgebiete: Autographen, Friedrich II., der Große, Geschichte, Preußen
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