Flora Universalis oder naturgetreue Abbildungen aller bekannten, auch der seltensten Gewächse. (6 installments).- Dresden, Friedrich Gottlieb Pinther, later Johann Christoph Arnold, 1805. Folio (430 x 265 mm) One advertisement text leaf (Ankündigungsblatt) and 71 (of 72) watercolors on outline drawings on paper in sheet - size: 415 x 265 mm and one original water-color on paper with gilt edges. In a modern folder with mounted text leaf of one printed wrapper.
A Rarity ! Exceedingly rare Flora, and as the editor announced not with hand colored engraved plates but with watercolors on outline drawings, published in six installments without any text by Friedrich Gottlieb Pinther, a Dresden lawyer who in 1798 became a partner of the publisher Johann Christoph Arnold in Dresden. Both opened a museum (Lesemuseum) in Dresden at Alten Markt 7: „Beide gründeten nun zusammen ein literarisches Museum, das für die damalige Zeit in dem noch kleinen Dresden einen ziemlich großartigen Anstrich gehabt haben muß, wenigstens schreibt der um diese Zeit unter dem Namen ‚Laun‘ sehr bekannte Schriftsteller F. A. Schulze in seinen Memoiren darüber: „An Schönheit des Lokals und Glanz der Einrichtung überbietet das Institut in manchem Stücke das berühmte Leipziger von ‚Beygang‘. Am 27. Januar 1801 verkaufte Arnold seinen Anteil an diesem Museum ... an Pinther.“ Pinther died in 1805 and the work declined. Three different issues (paper & coloring) were distributed, but we do not know if there are differences in the few surviving copies. Nothing is really known about the „Flora project“ and its artist(s). The work was advertised in the Archiv für Botanik by Roemer in 1805 by Pinther: „Von diesem allen Freunden der Botanik interessanten Werke, welches gegenwärtig Heftweise in drey verschiedenen Ausgaben erscheint, gibt eine ausführliche Ankündigung, welche in allen Buchhandlungen unentgeldlich zu haben ist, eine nähere Uebersicht. Dieses Werk zeichnet sich vor allen andern seither erschienenen botanischen Werken außer seiner Vollständigkeit noch dadurch vorzüglich aus, daß die Gewächse auf das Naturgetreueste in ihrer natürlichen Größe gezeichnet, diese genauen Abbildungen aber nur in Contour gestochen oder radiert und die Abdrücke mit guten stehenden Farben fein und mit Fleiß gemahlt (also nicht etwa bloß illuminirte Kupferstiche) sind. Ueberdem ist diesen Gewächsabbildungen auch noch eine sehr genaue und anatomische Abbildung der Geschlechtstheile in sehr vergrößerter Darstellung beygefügt, wodurch die Anatomie der Gewächse und insbesondere der Blüthen und Zeugungsorgane zur Bewirkung einer genauen Untersuchung, zur Verhütung einer, besonders bey officinellen Gewächsen und Giftpflanzen, oftmals sehr nachtheiligen Verwechselung und zur richtigen Classification derselben die interessantesten Aufschlüsse und Hülfsmittel enthält. Der Pränumerations - und Subscriptionspreiss auf jedes Heft an 12 Blättern der 1. 2. und 3. Ausgabe, welche von einem Formate sich bloß durch die Güte des Papiers, und den Fleiß, mit welchem die Blätter gemahlt find, unterscheiden, beträgt resp. 2, 4 und 6 Thaler, der nachherige Ladenpreiß aber um die Hälfte mehr. Das erste Heft ist bereits fertig und bey denen in der Ankündigung benannten Buchhandlungen zu haben.“ Another longer announcement by the editor, this time signed „Friedrich Gottlieb Pinther, Buchhändler“, was published in Johann Jacob Hartenkeil’s Medicinisch - chirurgische Zeitung Vol. 2 (1805) pp. 253 - 256. But in late 1805 the Neue Leipziger Literaturzeitung (1805), pp. 2131 announced the death of the editor and a critique of the project: „Es ist wirklich kein Verlust für die botanische Literatur, dass dies Unternehmen durch den Tod des Verlegers gehindert worden. Er hatte gewiss rühmliche Absichten; aber er wählte ununterrichtete Künstler, und ein entfernter Botaniker sollte nicht etwa die Aufsicht führen, sondern bloss beschreiben, was jene Mahler dargestellt hatten. Dabey war so wenig an Begränzung des Plans gedacht, dass nimmermehr etwas recht Vorzügliches daraus geworden wäre. Die zwölf Tafeln, welche wir vor uns haben, sind zwar zum Theil meisterhaft ausgeführt: aber gar nicht wissenschaftlich gearbeitet. Bey Clematis integrifolia, Pelorgonium glaucum und Iris variegata fehlen die wesentlichen Befruchtungstheile, bey vielen Pflanzen fehlen die Blätter: und was von den erstern dargestellt ist, hat man in einer so unverhältnismässigen Vergrösserung abgebildet, dass man wohl sieht: es kam bloss auf Beschäftigung der Mahler, nicht auf Bereicherung der Wissenschaft an.“ A later publication with the same name, edited and drawn by David Dietrich and then published by August Schmid in Jena during the years 1831 to 1854 (1856?) in 476 fascicles, also a rarity, has nothing to do with the earlier work here. Pritzel note a price of 32 thaler (actually 24 or 36, but at least 48 thaler in the shop. A thaler in 1805, especially in Germany, had a considerable value. A Prussian Reichstaler from this period could be worth the equivalent of around 400 euros today. Only a few copies survived; I could locate only two copies in institutional holdings and one auction record: Reiss & Auvermann (72 col. plates; 2 leaves no title) (1991, 45/1410) 13.000.- DM. KVK / OCLC: Bayreuth (48 leaves); Darmstadt (72 leaves); Pritzel 11758 (75 plates; 32 thlr.) Nissen BBI 2252 (72 plates); Miltitz. Handbuch der botanischen Literatur (1829), pp. 107: „I-IV. Heft mit 12 col. unnummerirten Tafeln, ohne allen Text in einem farbigen Umschlag“; Krieg, 229 (72 col. plates); not in Wimmer. ( color plate; botany, natural history, gardening )
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