Theorie und Praxis der Beredsamkeit. Herausgegeben von ALBRECHT KIRCHMAYER. Mit einem Titelkupfer (WEISSENHAHN sc.). München, bey Joseph Lentner, Buchhändler 1786. 189x110 mm. Front., (9) Bll., 256 S., (4) Bll., 184 S. Marmorierter Lederband d.Zt. mit Rückenschild und –vergoldung, Decken mit vergoldeter Bordure und Rahmen mit Zierstücken und zentralen dreifarbigen Supralibros mit vergoldetem Aufdruck „Helvetische Republik“ (vorn) und „Canton Luzern“ (hinten; hier die Farben in falscher Reihenfolge). Leicht berieben. //// Contemporary marbled leather binding with spine label and gilding; covers with gilded borders; and a frame with decorative elements and central tricolor supralibros bearing gilded imprints reading “Helvetische Republik” (front) and “Canton Luzern” (back; here the colors are in the wrong order). Slightly worn. /// Reliure en cuir marbré de l'époque, avec étiquette et dorures sur le dos, plats ornés d'une bordure dorée et d'un cadre comportant des éléments décoratifs, ainsi que des supralibros tricolores centraux portant l'inscription dorée « Helvetische Republik» (au recto) et « Canton Luzern » (au verso ; ici, les couleurs sont dans le mauvais ordre). Légèrement usée.
Erste Ausgabe (Kosch3 XXI,370). – Leicht stockfleckig, zeitgenöss. Stempel der Kapuzinerbibliothek Olten und späterer „Zentralbliothek Kapuziner-Kloster Sursee LU“ a.d. Titel, letzterer auch a.d. Innendeckel Das Exemplar ist lt. Auskunft der Bibliothek frei von Besitzansprüchen). A.KIRCHMAYER (Farchant 1745 – 1814 Weyarn), „Lehrer der Redekunst auf dem Kurfürstl. Schulhause zu München“ und regulierter Chorherr zu Weyarn fasst im ersten Teil SULZERs die Rhetorik betreffenden Äußerungen in dessen Allgemeiner Theorie der schönen Künste zusammen; der zweite „praktische“ Teil bringt Briefe SULZERs an GESSNER, BODMER und GLEIM, „Beschreibungen und Erzählungen“, philosophische Aufsätze und FORMEYs „Lobrede auf Herrn Sulzer“. KIRCHMAYEr veröffentlichte auch aus der gleichen Quelle gezogen eine Theorie der Dichtkunst. – Bemerkenswert ist der Einband mit den Farben der Helvetischen Republik (grün, rot, gelb) als Supralibros. Es ist nur ein weiteres Buch in (fast) identischem Einband (ohne die Zierstücke Vasen und Lampen) bekannt, das die ZB Luzern besitzt. Nach meiner Recherche war der Buchbinder beider Exemplare mit großer Wahrscheinlichkeit ALOIS HAUTT (? - 1839), Abkömmling der „einst bedeutenden Drucker- und Verlegerfamilie HAUTT“ und deren letzter Buchbinder (F.Blaser, Luzerner Buchbinder des 19.Jh.s, S.7, in: Der Geschichtsfreund, 1979, Nr.132, S.7). Ein rares Dokument aus einer so kurzen wie wichtigen Epoche der Schweizerischen Geschichte.
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Sachgebiete: Bibliophilie, Einbände, Literatur bis ca. 1900, Philosophie, Schweiz
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