Rare Books Berlin - Internationale Messe für Bücher und Graphik

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Pierre de Ronsard

Quelques Sonnets. Paris, Dunoyer de Segonzac 1955. Mit 2 Radierungen, 49 Radierungen im Text und einer Extrasuite von 49 Radierungen. Kl.-Folio. Handgebundener Meistereinband "Reliure de Luxe" der vollständig von einem symmetrisch aufgebauten Linienornament überzogen ist. Geschwungene, in großen Schleifen geführte Linien in Rot, Cremeweiß und einem goldenen Ton überkreuzen sich mehrfach und bilden ineinander verschlungene Ovale, die sich um eine zentrale senkrechte Achse gruppieren. Diese geschlossene, rhythmische Linienführung erinnert an dekorative Motive des Jugendstils oder Art déco und verleiht der Fläche eine lebhafte, zugleich äußerst geordnete Wirkung. Signiert "Gras" In Chemise und gefüttertem Schuber. Liore/Cailler 1270-1320. - Monod 9925. - Rauch 123. - Strachan S. 342. - Fléty (1975), 92-95 (Gras). - Prachtvolle Vorzugsausgabe im Handeinband von Madeleine Gras mit einem symmetrisch aufgebrauten verschlugenen ovalen Linienornament mit insgsamt 100 Radierungen von 40 Exemplaren auf Vélin mit einer zusätzlichen Suite auf Japanpapier mit den bemerkenswerten Radierungen von Dunoyer de Segonzac. Diese bibliopile Edition versammelt eine Auswahl der berühmtesten Sonette des "Fürsten der Dichter" Pierre de Ronsard (1524-1585), des unangefochtenen Meisters der französischen Renaissance-Lyrik. Die Texte - z. B. aus den Amours für Cassandre Salviati und Marie Dupin - feiern in vollkommener Metrik und bildstarker Sprache die Ekstase und Vergänglichkeit der Liebe, mit petrarkistischen Topoi und platonischer Sinnlichkeit. "J'ai choisi Pierre de Ronsard, dont, des ma jeunesse, j'ai profondement l'extreme sensibilite, l'elegance, sans affectation, la discrete sensualite." (A. Dunoyer de Segonzac im Sommer 1967 zu diesen Radierungen, vgl. Liore/Cailler). Madeleine Gras, Schülerin von Rose Adler, zählt zu den Grandes Relieureuses des 20. Jahrhunderts. Ihr Stil verbindet klassische Eleganz mit moderner Abstraktion: feine Goldfileten, harmonische Farbverläufe, oft mit floralen oder geometrischen Motiven in Blind- und Goldprägung. Sie band für Künstler wie Picasso, Cocteau und Verlage wie Le Livre de Plantin. Dieser Einband - schlichtes Maroquin mit subtiler Rückenstruktur - zeigt ihre Meisterschaft in zurückhaltender Luxusästhetik. - Eindrucksvolle Ausgabe in einem einzigartigen Handeinband. With etched frontispiece (3 states), 31 original etchings, and 3 additional states in various conditions: "l'état en noir avec remarques, l'état en sanguine avec remarques, l'état terminé. With a handwritten dedication by Lobel Riche. Ex Libris G.M.O. Barclay. - Copy of the special edition of 40 copies on Japon Imperial with the remarkable original erotic etchings by Alméry Lobel-Riche. He is considered one of the leading illustrators of the interwar period. Trained at the École des Beaux-Arts in Paris and influenced by Orientalist and exotic motifs (travels in Africa)%2C he developed an unmistakable style from 1910 onwards elegant lines sensual... With a handwritten dedication by Lobel-Riche. Ex Libris G.M.O. Barclay. - Exemplar of the deluxe edition of 40 copies on Japon Impérial with the remarkable erotic original etchings by Alméry Lobel-Riche. He is regarded as one of the leading illustrators of the interwar period. Trained at the École des Beaux-Arts in Paris, influenced by Orientalist and exotic motifs (Africa travels), he developed from 1910 onwards an unmistakable style: elegant line work, sensual body forms, dramatic light-shadow contrasts-a synthesis of Art Déco, Baroque, and Decadence. His etchings for Les luxures (1929) mark the pinnacle of his erotic book art: The nude figures embody Rollinat's "luxuries" as neurotic desire, with sensual curves reminiscent of Mucha and Bakst, yet earthier and more psychological. - Splendid prints with nuanced impressions. Rollinat, Symbolist and Decadent, presents here excerpts from his cycle on erotic compulsions and spiritual torments: Women in ecstatic or desperate moments of desire, trapped in carnal obsessions. Themes include voluptuous illusions mingling with madness and transience-typical of the era from Baudelaire to Huysmans. The language is vivid and hypnotic: "Luxuries" as demonic drives that tear body and soul apart. Short, feverish prose pieces perfectly frame Lobel-Riche's sensual nudes, creating an atmosphere of forbidden intimacy and neurotic longing. The endpapers with hand-made marbled paper.

Sachgebiete: Einbände, Illustrierte Bücher, Pressendrucke, Vorzugsausgaben

31.07.2026 - 12:18

3950,- EUR

Jeschke Jádi Auctions Berlin GmbH

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Albertus Magnus

De apprehensione. Venedig, Simone da Lovere (de Luere), 13. September 1504. 35 (1) Bl., Sign. a-(f6). Got. Typ. 2 Sp. in 66 Zl, m. Marg. Mit 1 Holzschnitt-Initiale u. -Druckermarke (f5v). 2°. Flex. Pgt. im Stil d. Zt. mit span. Kanten über 7 Bünden. Seltene Editio Princeps eines Hauptwerks der mittelalterlichen Geistegeschichte aus der Feder von Albertus Magnus. - Edit 16, CNCE 16123. - Panzer, G.W.F. Annales typographici 1501-1536, Bd. 11, 388 (nennt eine Ausg. v. 1507). - Von großer Seltenheit im Handel, für uns auf Auktionen in den letzten 90 Jahren in nur 4 Exemplaren nachweisbar. - Nicht in Adams, H.M. Catalogue of books printed on the continent of Europe, 1501-1600 u. Short-title catalogue of books printed in Italy ... from 1465 to 1600 now in the British Museum. - Das Liber de apprehensione gehört zu den späten, systematisch angelegten Schriften des Albertus Magnus und markiert einen Höhepunkt seiner Bemühung, die aristotelische Erkenntnistheorie mit der christlichen Theologie des Mittelalters zu verschmelzen. Wie bei Alberts naturphilosophischen und wissenschaftlichen Werken generell folgt auch dieser Text der aristotelischen Gliederung der Wissensgebiete und behandelt in seinen zwölf Teilen ein breites Spektrum: Psychologie (einschließlich Traumdeutung), Physik, Astronomie und Astrologie, Geographie, Zoologie, Botanik, Mineralogie sowie allgemeinere Betrachtungen zu Lebensprozessen und zum Universum als Ganzem. Zentral ist die stufenweise Entfaltung der menschlichen Erkenntnisfähigkeit, beginnend bei der sinnlichen Wahrnehmung (sensatio) über das diskursive Wissen (scientia) bis hin zur Weisheit (sapientia) und schließlich der Prophetie als höchster, gottgegebener Erkenntnisform. Der titelgebende Begriff apprehensio bezeichnet dabei jenen kognitiven Akt, bei dem der Geist ein Objekt lediglich registriert, ohne über dessen Wahrheitsgehalt zu urteilen – eine Unterscheidung, die unmittelbar auf Aristoteles' De anima und die Parva naturalia zurückgeht und in der Scholastik zur Trennung von apprehensio (einfacher Erfassung) und iudicium (urteilendem Erkennen) weiterentwickelt wurde. Diese Differenzierung bildet die begriffliche Grundlage für Alberts gesamte Erkenntnistheorie und wirkt bis in die Erkenntnislehre des Thomas von Aquin sowie in die spätscholastische Psychologie fort. Das De apprehensione steht in engem gedanklichen Zusammenhang mit weiteren psychologischen und noetischen Schriften Alberts, insbesondere mit De homine – seinem frühen, im Rahmen der Summa de creaturis entstandenen anthropologischen Traktat – sowie mit De intellectu et intelligibili, in dem Albert erstmals eine eigenständige, von den arabischen Aristoteles-Kommentatoren (Avicenna, Averroes) geprägte Theorie des Intellekts formuliert. Zusammen bilden diese Werke ein Corpus, in dem Albert die peripatetische Seelenlehre systematisch für die lateinische Scholastik erschließt und dabei zugleich eine ihm eigene Synthese aus aristotelischer Naturphilosophie und neuplatonisch-augustinischer Theologie der göttlichen Selbsterkenntnis entwickelt. Die Bedeutung Alberts als Vermittler der Aristoteles-Rezeption im lateinischen Mittelalter, die in De apprehensione kulminiert, wird in der modernen Forschung ausdrücklich als eigenständige philosophiegeschichtliche Leistung gewürdigt, die über die bloße Kommentierung hinausgeht. Die Editio princeps von 1504 ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer bewussten venezianischen Editionsbewegung, die um 1500 den mittelalterlichen Aristotelismus – und mit ihm Albertus Magnus – neu erschloss und dem zeitgenössischen Renaissance-Aristotelismus gegenüberstellte. Bezeichnend ist der überlieferte Sammelband der Universitätsbibliothek Valladolid, in dem der vorliegende Druck von De apprehensione zusammen mit Schriften von Agostino Nifo (In duodecimum Metaphysicae Aristotelis, De immortalitate animae, De intellectu), mit dem physikalischen Kommentar des Marsilius von Inghen sowie mit Opuscula des Bartolomeo Spina gebunden war. Diese Nachbarschaft ist inhaltlich alles andere als zufällig: Nifos Schriften zur Unsterblichkeit der Seele und zum Intellekt entstanden im Zentrum der großen paduanisch-averroistischen Debatte um Intellekt und Seele, in der Alberts De apprehensione – als scholastisches Referenzwerk zur Erkenntnistheorie – als autoritative mittelalterliche Gegenstimme und Argumentationsgrundlage herangezogen wurde. Der Druck steht damit exemplarisch für die Wiederentdeckung und Instrumentalisierung des mittelalterlichen Albert-Corpus im Ringen der Renaissance-Philosophen um die rechte Aristoteles-Interpretation. Seltenheit und Überlieferungslage Die USTC verzeichnet weltweit nur rund 19 Exemplare dieser Ausgabe, was die editorische wie auch die antiquarische Bedeutung des vorliegenden Stücks zusätzlich unterstreicht. Digitale Exemplare liegen unter anderem in der Bayerischen Staatsbibliothek München sowie in der Universitätsbibliothek Valladolid vor und erlauben einen Vergleich der Überlieferungsvarianten und Sammelbandkontexte dieser frühen Druckausgabe. Die Kombination aus geistesgeschichtlicher Schlüsselstellung des Textes, der Nachweisbarkeit als Editio princeps und der außerordentlichen Seltenheit auf dem Auktionsmarkt macht das vorliegende Exemplar zu einem herausragenden Zeugnis der Rezeptionsgeschichte des Albertus Magnus an der Schwelle zur Neuzeit. - Akkurater, breitrandiger Druck in gotischer Type, dem Wasserzeichen nach zu schließen auf Bütten aus süddeutscher Herstellung, vermutl. Eichstätt. - Provenienz: Stift Heiligenkreuz, Niederösterr., mit zweifachem, altem Stempel auf Bl. a1r, Hartung & Karl, Auktion 18 (1976), Los Nr. 75. - Der fachkundig historisierte Einband an den Ecken minimal bestoßen, geringfügig fleckig und mit einigen kleinen Druckstellen, Bl. a1r stellenweise leimschattig, Bl. (f6) etwas wurmstichig, einige Bl. an den Rändern gering knickfaltig und mit Spuren ehem. Feuchte. Post-Incunabula. -Magnus and marks a high point in his effort to fuse Aristotelian epistemology with the Christian theology of the Middle Ages. As with Albert's natural-philosophical and scientific works generally, this text also follows the Aristotelian division of the fields of knowledge and, across its twelve parts, addresses a broad spectrum: psychology (including the interpretation of dreams), physics, astronomy and astrology, geography, zoology, botany, mineralogy, as well as more general reflections on vital processes and on the universe as a whole. Central to the work is the gradual unfolding of human cognitive capacity, beginning with sensory perception (sensatio), proceeding through discursive knowledge (scientia), on to wisdom (sapientia), and finally to prophecy as the highest, God-given form of cognition. The title-giving term apprehensio denotes that cognitive act in which the mind merely registers an object without passing judgment on its truth-value — a distinction that derives directly from Aristotle's De anima and the Parva naturalia, and which scholasticism developed further into the separation of apprehensio (simple apprehension) and iudicium (judging cognition). This distinction forms the conceptual foundation of Albert's entire epistemology and continued to exert influence on the epistemology of Thomas Aquinas as well as on late scholastic psychology. De apprehensione stands in close conceptual relation to Albert's other psychological and noetic writings, in particular to De homine — his early anthropological treatise composed within the framework of the Summa de creaturis — and to De intellectu et intelligibili, in which Albert for the first time formulated an independent theory of the intellect shaped by the Arabic commentators on Aristotle (Avicenna, Averroes). Together, these works form a corpus in which Albert systematically opens up peripatetic psychology for Latin scholasticism, while simultaneously developing his own distinctive synthesis of Aristotelian natural philosophy and Neoplatonic-Augustinian theology of divine self-knowledge. Albert's significance as a mediator of the reception of Aristotle in the Latin Middle Ages — a role that culminates in De apprehensione — is explicitly recognized in modern scholarship as an independent achievement in the history of philosophy that goes far beyond mere commentary. The editio princeps of 1504 is not an isolated event but part of a deliberate Venetian editorial movement that, around 1500, newly opened up medieval Aristotelianism — and with it Albertus Magnus — and set it in dialogue with contemporary Renaissance Aristotelianism. Telling in this regard is the surviving Sammelband (composite volume) held at the University Library of Valladolid, in which the present edition of De apprehensione was bound together with works by Agostino Nifo (In duodecimum Metaphysicae Aristotelis, De immortalitate animae, De intellectu), the physical commentary of Marsilius of Inghen, and opuscula by Bartolomeo Spina. This proximity is anything but coincidental in content: Nifo's writings on the immortality of the soul and on the intellect emerged at the very center of the great Paduan-Averroist debate on intellect and soul, in which Albert's De apprehensione — as a scholastic reference work on epistemology — was drawn upon as an authoritative medieval counter-voice and basis for argumentation. The print thus stands as an exemplary case of the rediscovery and instrumentalization of the medieval Albert corpus in the Renaissance philosophers' struggle over the correct interpretation of Aristotle. The USTC records only around 19 surviving copies of this edition worldwide, which further underscores the editorial as well as antiquarian significance of the present piece. Digital copies are held, among other places, at the Bavarian State Library in Munich and at the University Library of Valladolid, allowing for a comparison of the transmission variants and Sammelband contexts of this early printed edition. The combination of the text's key position in the history of ideas, its documented status as an editio princeps, and its extraordinary rarity on the auction market makes the present copy an outstanding testament to the reception history of Albertus Magnus at the threshold of the early modern era. - Printed on laid paper with wide margins with elegant Gothic typeset, according to the watermark with paper made in southern Germany, presumably Eichstätt. - Provenance: Monastery Heiligenkreuz, Lower Austria, with two old stamps on lv. a1r, Hartung & Karl, Auction 18 (1976), lot no. 75. - Of great rarity in the trade, only 4 copies traceable for us at auctions in the last 90 years. - Binding slightly worn, leaf a1r with some browning and marginal staining, leaf (f6) somewhat worm-eaten, some leaves slightly creased and water-stained at margins.

Sachgebiete: Geistesgeschichte, Inkunabeln, Renaissance , Wissenschaftsgeschichte

31.07.2026 - 12:13

4500,- EUR

Jeschke Jádi Auctions Berlin GmbH